Wittmund - Es ist wirklich eine interessante Lebensgeschichte, die Olga Magunia in ihren noch jungen Jahren erzählen kann. Mit ihren Eltern Irina und Waldemar kam sie 1996 aus Sibirien nach Deutschland – direkt nach Wittmund. Die Bankkauffrau integrierte sich und schaffte es sogar, für die CDU 2011 als jüngstes Mitglied in den Stadtrat und in den Kreistag gewählt zu werden. Nun möchte die Bankkauffrau aber die kommenden Legislaturperiode aussetzen und sich um ihre kleine fünfjährige Tochter Lara kümmern.
„Als Mutter und Politikerin ist das nicht immer alles so leicht unter einen Hut zu bekommen“, sagt die 33-Jährige ehrlich. In der ersten Legislaturperiode von 2011 bis 2016 war sie noch nicht Mutter, in der zweiten war die Tochter anfangs klein. „Da hat mein Mann Thilo sie abends ins Bett gebracht, aber nun denke ich manchmal schon, dass ich lieber bei Lara wäre, als im Schulausschuss“, sagt Olga Magunia. Trotzdem möchte die junge Frau nicht für ewig aus den politischen Gremien ausscheiden, wenn sie sich für die CDU im nächsten Jahr nicht aufstellen lässt. „Die Arbeit in der Politik ist toll. Man sitzt direkt an der Quelle der Informationen und kann die Kommune mitgestalten“, unterstreicht die Wittmundrin. Ihren Weg in Beruf und Partei hat sie sich hart erarbeitet.
Als sie mit neun Jahren nach Deutschland kam, kannte sie die Sprache nicht. Alles war eine Umstellung für das Mädchen. „Wir lebten in einem 200-Seelen-Dorf in Sibirien“, erinnert sich Olga Magunia. Als ihre Eltern Irina und Waldemar ihr und den Geschwistern, Zwillinge, erklärte, sie würden nach Deutschland auswandern, hat sie sich gefreut. „Wir sollten ein besseres Leben haben“, sagt Olga Magnua. Vor der Entscheidung ihrer Eltern, die damals 3o Jahre alt waren, hat sie großen Respekt. Auch für sie war es kein leichter Neuanfang. Die Ausbildung der Mutter zur Bankkauffrau wurde nicht anerkannt. Aber die Familie, deren Großeltern bereits in Wittmund lebten, fügte sich schnell ein.
„Wir besuchten Sprachkurse und meine Eltern legten viel Wert darauf, dass wir auch zu Hause Deutsch redeten“, sagt die 33-Jährige, die aus eigener Erfahrung nur zu gut weiß: Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Heute hört man von ihrem Akzent so gut wie gar nichts mehr. „Russisch kann ich noch, aber das ist eben der Sprachschatz einer Neunjährigen“, erklärt Olga Magunia.
Von Hause aus sei sie eher konservativ erzogen worden. Tugenden wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit würden sie nicht nur privat, sondern auch beruflich prägen. Politisch beeinflusst hat die Wittmunderin auch Helmut Kohl, wie sie betont. So stieß Olga Magunia durch Schulfreunde zur Jungen Union. Sie nahm an den Treffen teil und begeisterte sich für die Möglichkeiten, die Politik schaffen kann.
„Wir habe damals die Nachteule auf den Weg gebracht, das war ein toller Erfolg“, erinnert sich Olga Magunia. Sie weiß noch, wie sie in einer öffentlichen Sitzung im Rathaus dem damaligen Bürgermeister Karl-Heinz Krüger eine Frage stellen durfte. „Ich war so aufgeregt, aber das hat mir gezeigt, dass man seine Kommune gestalten kann“, erklärt die 33-Jährige. Als sie dann 2011 für die CDU für den Stadtrat und den Kreistag antrat, war sie in einer Gemeinschaft vieler Jüngerer, wie Henning Bernau oder auch den Brüdern Henning und Hartwig Janssen. „Auch als Frau habe ich mich nie weniger ernstgenommen gefühlt“, sagt Olga Magunia.
Das Thema Kinderbetreuung lag ihr dann später für die Christdemokraten am Herzen. „Wir hatten damals nur die Möglichkeit, die Kleinen beim Kinderschutzbund in die Betreuung zu geben oder eine Tagesmutter zu engagieren, heute sind wir so gut aufgestellt“, sagt die CDU-Politikerin mit Blick auf den Bau der städtischen Kinderkrippe, den sie mit entschieden hat.
Die Arbeit im Stadtrat sei interessant, aber auch zeitintensiv. „Nur die Hand heben und abstimmen, das reicht nicht“, sagt Olga Magunia. Aber sie ermuntert Menschen, sich für die Kommunalpolitik zu begeistern. „Man erweitert seinen eigenen Horizont, knüpft wertvolle Kontakte und Freundschaften und hat die Möglichkeit, etwas zu verändern“, bringt es die 33-Jährige auf den Punkt.
Zur Person:
Olga Magunia ist 33 Jahre alt. Sie wurde in einem kleine Dorf in Sibirien geboren. 1996 kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland.
Die Mutter einer Tochter arbeitet als Bankkauffrau, Vollzeit.
Seit 2011 sitzt die Wittmunderin im Stadtrat für die CDU. Von 2011 bis 2016 war sie auch Mitglied des Kreistages.
In die CDU trat sie 2004 ein. Ihre Arbeit begann damals in der Jungen Union.
