WITTMUND - 'Kann man sich bei einer Prüfung wohlfühlen?', fragte der Ausbildende Michael Thien und brachte auf den Punkt, was alle Auszubildende anlässlich der letzten Tage empfanden – Nervosität, Stress und Prüfungsangst. 17 Köche und Köchinnen, sieben Hotelfachleute, drei Restaurantfachleute sowie eine Fachkraft im Gastgewerbe und ein Beikoch stellten sich dem Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg an den Berufsbildenden Schulen für den Landkreis Wittmund.
Mit der praktischen Abschlussprüfung in den gastronomischen Ausbildungsberufen ist ein Arbeitsplatz in der Zukunft sicher, glaubt man den Worten des Präsidenten der DEHOGA Niedersachsen, Hermann Kröger. Die Zahl der Auszubildenden seien insgesamt auf 14,5 Prozent zurückgegangen. 'Allein in Ostfriesland ist die Zahl um 16,9 Prozent gesunken und das in unserer touristischen Region. Da müssen wir gegenhalten', so Hermann Kröger, der darauf hinwies, dass sich gerade in der Ausbildung zukünftig einiges ändern werde. In der Verbindung mit den Ausbildungsbetrieben soll ein Gütesiegel geschaffen werden, um die Qualität der Lehre weiter zu verbessern und den hohen Durchfallquoten entgegenzuwirken.
Zuvor hatte der stellvertretende Schulleiter Volker Thomsen die Gäste zum Prüfungsdinner begrüßt und den Auszubildenden Erfolg und ein gutes Gelingen gewünscht. Der Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer Emden, Timo Weise, schloss sich den Worten Thomsen an und stellte dar, dass man derzeit bei der Fachkräfteausbildung im Gastronomiebereich Ausbildungszahlen mit dem Stand von vor zehn Jahren erreicht habe. 'Gerade in unserer Region des Tourismus ist mit zunehmenden Schwierigkeiten bezüglich der Besetzung von Ausbildungsplätzen zu rechnen', so Weise.
Die Prüflinge kochten und servierten ein Drei-Gänge-Menü, das mit einem vorgegeben Warenkorb vorbereitet, erstellt, gekocht und serviert werden musste. So konnten die Gäste neben Garnelen mit Rucolasalat eine Entenbrust mit Rosenkohl, Rotkohl und Herzoginnenkartoffeln genießen. Zum Dessert kredenzten die Prüflinge Birne Helene mit Schokolade unter den strengen Augen der Prüfungskommission. Innerhalb der Vorbereitungen mussten im Service die Restaurantfachleute einen Ablauf für das Menü erstellen. Das Eindecken und Servieren gehörte ebenfalls zu ihren Aufgaben sowie die Zubereitung eines Cocktails und das Flambieren von Früchten.
Die Hotelfachleute mussten zusätzlich im Rahmen eines Marketingkonzeptes Arrangements planen und einen Werbebrief ausarbeiten. Nach Abschluss des Mahls stellte der Koordinator Gastronomie und Ernährung der Berufsbildenden Schulen Wittmund, Volker Blischke, alle Prüflinge den Gästen vor. Blischke warb für die Fachoberschule für Ernährung. Hier können zum Beispiel Gesellen aus den Bereichen der Bäckereien und Gastronomie sowie Fleischerei und Hauswirtschaft in einem Jahr die Fachhochschulreife erwerben.
