Wittmund - Auf dem Militärflugplatz Wittmundhafen investiert die Bundeswehr in den nächsten Jahren Millionenbeträge. Dadurch soll der Standort der modernste der Luftwaffe werden. Diese Information nahmen die Mitglieder des Netzwerks Ostfriesischer Meister (N.O.M.) bei einem Besuch des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ mit.
Wie das Staatliche Baumanagement Osnabrück-Emsland unlängst erklärte, ist der Zeitplan noch nicht verbindlich. Die Baumaßnahmen werden sich über die nächsten zehn bis 15 Jahre hinziehen. Es geht um den Ausbau und die Instandsetzung des Flugplatzes, dessen Anfänge vor dem Ersten Weltkrieg liegen, heißt es in einer Mitteilung der Handwerkskammer.
Hauptmann Tanja Haarlammert begrüßte die ostfriesischen Meister zunächst im Unterkunftsbereich des Geschwaders in Wittmund. Dort erfuhren die Gäste etwas über den Auftrag des Geschwaders, das auch die „Alarmrotte“ für die Überwachung des norddeutschen Luftraumes stellt.
„Richthofen“-Geschwader seit 1963 in Wittmundhafen stationiert
Bereits 1911 wurde der Flugplatz für Luftschiffe (Zeppeline) geplant, deshalb auch der Name Wittmundhafen. Die erste tatsächliche Landung erfolgte aber erst 1916. Zunächst vom Heer betrieben, wurde dann 1917 die Kaiserliche Marine dort Hausherr. Im Zweiten Weltkrieg bestimmten Bomber und Nachtjäger das militärische Geschehen auf dem Platz. Seit 1963 ist das Richthofen-Geschwader dort stationiert.
Über die Geschichte des Platzes und den Namenspatron Manfred Freiherr von Richthofen, ein Kampfflieger des Ersten Weltkriegs, informierte Haarlammert die Besucher kenntnisreich und unterhaltsam. Exponate und Dokumente im ehemaligen Unteroffiziersheim untermauerten ihre Ausführungen. Die regionale Ausstellung ist derzeit im Aufbau und soll am 23. Januar eröffnet werden. Sie steht dann auch interessierten Bürgern offen.
Einheit wird aufgestockt
Anschließend fuhren die Mitglieder des Meisternetzwerks zum Flugplatz und verfolgten den Start des Nachtflugbetriebs. Aktuell gehören dem Geschwader rund 1000 Soldaten und Zivilbedienstete an. 24 Maschinen des Typs Eurofighter sind seit 2013 im Flug- und Trainingsbetrieb. „Die Einheit wird noch auf 27 Maschinen aufgestockt“, berichtete Flugzeugwart Stabsfeldwebel Torsten Vreds, der den Besuchern die Technik des rund 120 Millionen Euro teuren Mehrzweckkampfflugzeuges vorstellte. Der Eurofighter ist bei einer Flügelspannweite von 10,95 Metern knapp 16 Meter lang und wiegt elf Tonnen. Als Höchsttempo wird die 2,35-fache Schallgeschwindigkeit (2900 km/h) genannt; der Flieger kann 19 812 Meter hoch steigen.
Pläne zur Modernisierung des Flugplatzes wurden schon lange geschmiedet. Nach dem Planungsstopp 2010 und der ersten Eurofighter-Stationierung 2013 fiel schließlich 2015 die Entscheidung, den Nato-Flugplatz zu einem der modernsten Bundeswehrstützpunkte auszubauen. Geplant sind Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur für rund 350 Millionen Euro. Nach Angaben des Staatlichen Baumanagements sind etwa 70 einzelne Bauvorhaben geplant, darunter 56 Hochbaumaßnahmen und die Sanierung der gesamten technischen Infrastruktur. Drei Maßnahmen seien bereits abgeschlossen, neun in der Ausführung und 29 in Planung. Wichtigste Vorhaben sind die Erneuerung der Start- und Landebahn, Neubau von Instandsetzungshallen, Verbesserung von IT-Infrastruktur, Elektrik, Elektronik und Energieversorgung sowie der Bau einer neue Feuerwache, von Unterkunftsgebäuden und eines Technikgebäudes. Einen erheblichen Teil der Aufträge dürfte dem ostfriesischen Handwerk zugute kommen.
Das Meisternetzwerk ist ein freier Zusammenschluss von Absolventen, die im Berufsbildungszentrum in Aurich ihren Meisterkurs abgelegt haben. Interessierte können dem Netzwerk kostenfrei beitreten. Für das neue Jahr sind bereits zwei weitere Betriebsbesichtigungen geplant.
