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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Für wen sich das Heizen mit Pellets rentiert

06.08.2018

Berlin (dpa/tmn) - Pelletheizungen sind eine umweltfreundliche Alternative zu Öl- oder Gasheizungen. Aber sie rechnen sich nicht für jeden.

"Ob die Investition Sinn macht, hängt vom individuellen Wärmebedarf und von den örtlichen Gegebenheiten ab", sagt Martin Brandis vom Verbraucherzentrale Bundesverband. "Und nicht zuletzt von der Entwicklung der Rohstoffpreise." Ein Überblick:

Was sind Pellets?

Pellets werden aus getrockneten, nicht behandelten Holzresten ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln gepresst. Da sie einen niedrigen Wasser- und Aschegehalt haben, verbrennen sie sauber und komfortabel, erklärt Martin Bentele vom Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband. "Der Energiegehalt von zwei Kilogramm Pellets entspricht ungefähr dem eines Liters Heizöl."

Welche Arten von Pelletheizungen sind auf dem Markt?

Es gibt sie als Kaminofen und als Heizkessel mit bis zu fünf Megawatt Leistung. Zentralheizungen sind zunehmend als Brennwertsysteme ausgelegt. "Im Privatbereich werden Pelletheizungen häufig als Ersatz für eine alte Ölheizung installiert", berichtet Bentele.

Wo liegen die Vorteile vom Heizen mit Pellets?

Pelletheizungen sind ökologisch und nachhaltig. Holz wächst immer wieder nach, Pellets werden also jederzeit verfügbar sein", sagt Stefan Würzner vom Bauherren-Schutzbund. Außerdem seien Pellets aktuell preiswerter als Öl und Gas. Aber er betont auch: "Ob und wie lange das allerdings so bleibt, kann niemand voraussagen.

In den vergangenen Jahren waren Öl und Gas zeitweise sehr günstig, die Pelletpreise lagen nur geringfügig darunter, berichtet Energieberater Brandis. "Inzwischen liegen die Preise für Heizöl wieder deutlich höher." Aber die Pelletpreise haben sich nur sehr langsam nach oben oder unten bewegt, während Öl und Gas sprunghaft teurer oder billiger wurden. "Daraus kann man schließen, dass Pellets auch in Zukunft eine gewisse Preissicherheit bieten", so Brandis.

Wie teuer sind Pelletheizungen im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen?

Sie sind teurer in der Anschaffung. Mit etwa 20 000 Euro kostet eine Pelletzentralheizung etwa doppelt so viel wie eine neue Ölheizung. "Die relativ hohe Anfangsinvestition für eine Pelletheizung wird aber durch die Förderprogramme von Bund, Ländern und einigen Kommunen aufgefangen", sagt Branchensprecher Bentele. "Nach wie vielen Jahren sie preiswerter als eine Öl- oder Gasheizung ist, lässt sich allerdings nicht genau sagen. Dazu sind der Brennstoffverbrauch und die Brennstoffkosten zu schwankend." Für den Ersatz von alten Ölheizungen habe sich in den vergangenen Jahren Amortisationszeiten von 7 bis 15 Jahren ergeben.

Wer eine Pellet-Zentralheizung im Neubau installieren will, muss auch einen Lagerraum für die Presslinge einplanen sowie unter Umständen ein Beförderungssystem für die Presslinge.

Für wen eignen sich Pelletheizungen besonders?

Je höher der Wärmebedarf eines Gebäudes ist, umso eher rechnen sie sich. "In einem Niedrigenergiehaus, das mit zwei Tonnen Pellets im Jahr auskommt, macht eine Zentralheizung mit Pellets wenig Sinn, wenn man nur auf die Rentabilität schaut", erklärt Bentele. "Bauherren sollten also vorher genau kalkulieren, was ihre Heizung leisten muss", rät Energieberater Brandis. Auch er sagt: "Vor allem in Neubauten und sanierten Altbauten, die entsprechend der Energieeinsparverordnung mit wenig Energie auskommen, sind Pelletheizungen oft überdimensioniert."

Für Pelletöfen sieht das anders aus. "Effizient in gut gedämmten Gebäuden sind kleinere Anlagen, zum Beispiel Pelletöfen, die direkt im Wohnraum aufgestellt werden", sagt Brandis. "Sie bringen einen kleinen Teil der Leistung ins Zimmer, in dem sie stehen und heizen mit der überwiegenden Leistung das ganze Haus."

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dpa | Verbraucherzentrale Bundesverband | Bund

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