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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Beleuchtung: Den Garten ins Licht rücken

28.11.2020

Bad Honnef /Frankfurt Morgens im Dunkeln aus dem Haus, und abends nach Feierabend ist die Sonne schon wieder längst untergegangen – im Herbst und Winter ist vom Garten nicht viel zu sehen. Dabei hat er durchaus noch seine Reize, auch wenn die meisten Pflanzen verblüht und die Blätter von den Bäumen gefallen sind. Mit Lichteffekten kann er stimmungsvoll in Szene gesetzt werden.

„Für viele Hausbesitzer ist in der dunklen Jahreszeit der erste Handgriff, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen, das Anschalten der Gartenbeleuchtung“, sagt Birgit Hammerich, Gartenarchitektin im Bund deutscher Landschaftsarchitekten. „Erst dann fühlen sie sich wirklich wohl.“

Ganzheitliches Konzept

Damit der Außenbereich jederzeit gut zur Geltung kommt, empfiehlt sich ein ganzheitliches Beleuchtungskonzept. Dazu sollte man sich den Garten genau anschauen. Und besonders schönen Pflanzen in Szene setzen, meint Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Als Beispiel nennt er eine helle Baumrinde oder ein immergrünes Gehölz. Auch einen Gartenteich oder eine andere Wasserfläche könnte man hervorheben.

Test mit Taschenlampe

„Einige wenige Akzente zu setzen, ist meist reizvoller als den gesamten Garten auszuleuchten“, sagt Henze. Dabei kann man getrost erst einmal mit einer Taschenlampe ausprobieren, wie ein Objekt wirkt, wenn es von unten oder von der Seite, direkt oder indirekt angestrahlt wird. Zu einem Blickfang werden Objekte wie ein Holzdeck am Teich, Stufen oder Mauern, wenn sie mit LED-Lichtstreifen unterleuchtet werden.

Szenarien vorplanen

Um den Wechsel der Jahreszeiten, aber auch verschiedene Stimmungen zu begleiten, lassen sich sogar verschiedene Szenerien planen und programmieren, erklärt Gartenarchitektin Hammerich. So kann man für einen lauen Sommerabend eine romantische Beleuchtung wählen. Für Festlichkeiten oder auch für die Weihnachtsdekoration sind dann andere, lebhaftere oder besinnliche Szenerien möglich. Der Vorteil einer vorausschauenden Planung ist, dass die Gartenbeleuchtung technisch gleich mit in die übrige Gartengestaltung integriert werden kann.

Weniger ist mehr

Es gibt genügend flexibel einsetzbare Leuchtelemente, die jeweils bei Bedarf eingesetzt werden können. Gerade in der Vorweihnachtszeit sind jede Menge Dekorationen im Angebot. Bunte und blinkende Lichter, stilisierte Weihnachtsmänner, Rehe und Hirsche, manchmal sogar mit Musik unterlegt. Wie man den Außenbereich gestaltet, ist natürlich Geschmackssache. Aber weniger ist oft mehr.

Stimmungsvolle Deko

„Einige wenige weihnachtliche Akzente, die vom Haus aus gut zu sehen sind, wirken meist stimmungsvoller als eine übertrieben bunte Deko“, meint Hammerich. Eine dezente Lichterkette um einen malerischen Baum gewickelt, kann viel zur weihnachtlichen Vorfreude beitragen. Und sie muss nach dem Fest nicht unbedingt abgenommen werden. „Es gibt mitwachsende Lichterketten mit LED-Leuchten, die sich dem Baumwuchs anpassen.“

Ganzjährig leuchten

Die meisten Leuchtmittel für den Garten eignen sich für Sommer und Winter. „Warmweißes Licht wirkt angenehm und schont Insekten“, sagt Iris Vollmann von Brancheninitiative Licht.de. LED sind gut geeignet, weil sie nicht zu heiß werden und somit auch in der Nähe von Pflanzen platziert werden können.

Solarlampen sind zwar aus energetischen Gesichtspunkten ideal, haben aber im Winter durchaus ihre Schwächen, wenn sie tagsüber nicht genügend Sonnenenergie speichern können. „Es gibt einige sehr gut und häufig weniger gute Modelle, da sollte man beim Kauf genau hinschauen“, rät Vollmann. Und auch der Standort im Garten spielt eine Rolle.

Rücksicht auf Nachbarn

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Grundsätzlich sollten die Lichtquellen im Garten nicht zu hell und möglichst dimmbar sein. Das ist nicht nur für die eigenen Augen angenehm, sondern schont auch die Nerven der Nachbarn, sagt Vollmann. Gerade in dunklen Nächten könnte eine grelle, vielleicht sogar noch blinkende Gartenbeleuchtung schnell zur Belastung werden.

Passende Technik

Aus Sicherheitsgründen ist eine Beleuchtung zu wählen, die ausdrücklich für den Außenbereich ausgewiesen ist. „Sie muss gegen Spritzwasser und Fremdkörper geschützt sein. Ob das der Fall ist, kann man am IP-Code erkennen. Er sollte für den Einsatz im Außenbereich mindesten IP 44 betragen“, erklärt Iris Vollmann vom Portal Licht.de.

Wetterfest müssen unbedingt auch die Steckdosen für den Außenbereich sein. Auf keinen Fall sollte mit Verlängerungskabeln aus der Wohnung hantiert werden. „Jede Verbindung von Strom und Nässe ist hochgefährlich“, warnt Vollmann.

Kabel für die Gartenbeleuchtung können bei frühzeitiger Planung fest unter der Bodenoberfläche verlegt werden. „Und eventuell kann man gleich die Leitungen für Sicherheitstechnik, wie zum Beispiel Bewegungsmelder, im selben Kabelschacht unterbringen“, sagt Michael Henze vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau.

Weihnachtsbeleuchtung für den Außenbereich ist mit den Kürzeln IP44, IP54 oder IP64 oder mit einem Symbol (Tropfen im Dreieck) gekennzeichnet, erklärt die Verbraucherzentrale Bremen. In puncto Sicherheit sollte man beim Kauf der Lichterketten außerdem auf das Prüfsiegel GS (geprüfte Sicherheit) achten. Auch ein VDE-Prüfzeichen oder ein TÜV-Siegel gelten als gut.

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