• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Eigenleistungen: Wer mit anpackt, kann sparen

11.05.2019

Berlin „Die Hausanbieter ziehen bei den Verkaufsverhandlungen schnell mal ein paar Tausend Euro für Maler- und Fußbodenlegerarbeiten ab, damit das Gesamtpaket attraktiver wird“, sagt Katharina Siegmund von Bauherren-Schutzbund in Berlin. Aber geht die Rechnung, Eigenleistungen zu erbringen statt Handwerker zu bezahlen, wirklich auf?

In der Tat sind die Löhne einer der größte Kostenfaktoren beim Eigenheimbau. Für Maler- und Tapezierarbeiten würde ein Fachbetrieb nach Angaben des Verbandes Privater Bauherren (VPB) bei einem Zeitaufwand von 125 Stunden je nach Region zwischen 4300 und 5000 Euro berechnen. Aber: „Viele Bauherren rechnen sich die Sache schön, weil sie die Kosten für ihre eigene Arbeitsleistung nicht mit einbeziehen“, warnt Dieter Räsch von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Es kommt sogar vor, dass Eigenleistungen den Bauablauf stören und dadurch das Projekt verteuern. Denn der Laie muss seine Arbeiten in das Korsett der anderen Gewerke einfügen. Braucht er zu lange, um das Bad zu fliesen, behindert er zum Beispiel den Installateur, der die Sanitärobjekte anschließen muss.

Deshalb empfiehlt Räsch, Eigenleistungen gemeinsam mit dem Bauleiter zu planen und nur einfache Arbeiten auszuführen, die möglichst keinen Einfluss auf andere Gewerke haben. So könnte man etwa Hilfsarbeiten wie Abbrucharbeiten erledigen, im Erdreich Schlitze für Zuleitungen graben oder Dämmmaterial zwischen die Dachsparren stecken.

„Wie viel den Firmen diese Arbeit wert ist, ist Verhandlungssache. Die Baulaien dürfen jedenfalls nicht die Löhne der Profis erwarten und müssen einberechnen, dass sie in der Regel viel mehr Zeit brauchen als erfahrene Bauhelfer“, warnt Räsch. Das größte Problem sei, Firmen zu finden, die solche Zuarbeiten akzeptieren.

Wer selbst Hand anlegt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass er für jeden Fehler selbst gerade stehen muss. Auch für Schäden, die sich erst später zeigen. „Er kann niemanden für die selbst erbrachte Leistung in Haftung nehmen“, warnt Räsch.

„Wegen eventueller Gewährleistungsansprüche muss klar sein, wo die Verantwortung der Baufirmen endet und die des Bauherren anfängt“, sagt Siegmund. So kommen Bauherren der Baufirma nicht in die Quere und können ihr Programm in Ruhe Stück für Stück abarbeiten.

Zeitdruck wäre auch kontraproduktiv. Denn meist brauchen Laien erheblich mehr Zeit als Profis und müssen öfter eigene Fehler korrigieren.

Vorzugsweise Gewerke mit hohen Lohnkosten selbst ausführen

Bauherren sollten sich möglichst Arbeiten aussuchen, mit denen sie schon Erfahrungen haben. Streichen, den Fußboden außerhalb von Feuchträumen verlegen, die Außenanlage gestalten – das sind nach Ansicht von Katharina Siegmund geeignete Eigenleistungen. Maler- und Tapezierarbeiten etwa schlagen mit 125 Stunden zu Buche. Ein Fachbetrieb würde dafür 4300 bis 5000 Euro berechnen.

Manche Gewerke dürfen Bauherren gar nicht selbst ausführen. „Elektrik, Wasser, Gas, Heizung – das sind Aufgaben für Profis. Zur Sicherheit“, sagt Karl-Heinz Neumann, Trainer bei der DIY-Academy in Köln. „Die Fachbetriebe, die solche Arbeiten am Ende abnehmen, würden laienhafte Arbeit gar nicht akzeptieren.“

Investieren sollten Bauherren für ihre Eigenleistungen in Materialien mindestens in mittlerer Qualität und gutes Werkzeug, rät Neumann. Benötigen Heimwerker spezielle Werkzeuge nur für dieses eine Projekt, sollten sie sich besser Profigeräte ausleihen als Billigprodukte zu kaufen.

Die Bauherrenberater des Bauherren-Schutzbundes (BSB) raten, nicht mehr als 5 bis 10 Prozent der Gesamtkosten als Eigenleistungen einzuplanen. Generell sollten solche Gewerke bevorzugt werden, die einen hohen Lohnanteil und wenig Materialkosten enthalten.

Bei der Finanzierung zählen Eigenleistungen zum Eigenkapital und führen damit zur Senkung des Kreditbedarfs. Wer sich überschätzt oder falsch kalkuliert, der muss dann sehen, wo er das fehlende Geld herbekommt, warnt der BSB.

    www.bsb-ev.de, www.vpb.de

NWZ-Immo.de
Mieten oder kaufen, Wohnung oder Haus, Gewerbe oder Grundstück?

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.