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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Einbruchschutz: Einen Riegel vorschieben

17.10.2020

Berlin Einbrecher entdecken Schwachstellen häufig schnell. Wer sich vor ihnen schützen will, sollte seine Wohnungs- oder Haustür sowie Terrassen- und Balkontüren absichern.

Die umfassendste Lösung: „Mit einem neuen Produkt erhalten Sie immer geprüfte und zertifizierte Sicherheit aus einem Guss“, erklärt Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalitätsbekämpfung. Alternativ kann man auch einzelne Elemente nachrüsten. „Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vor allem davon ab, wie man wohnt“, erklärt Anne Kliem von der Stiftung Warentest. Im Erdgeschoss sollten Bewohner ebenerdige Fenster und Terrassentüren sichern, in höheren Stockwerken die Wohnungstür. Folgend Aspekte sind beachtenswert:  

Widerstandsklassen

Sie geben an, wie sehr ein Produkt einen Einbruch erschwert. RC1 sei „faktisch kein richtiger Schutz“, RC6 wird hingegen im Hochsicherheitsbereich verwendet, erklärt Frank Lange vom Verband Fenster + Fassade. Das gesunde Mittelmaß für Privatpersonen: RC2 und RC3.  

Türrahmen

Das Türblatt muss stabil sein, sonst nützen Schloss und Riegel nichts, erläutert Schmidt. Der Türrahmen muss gut im Mauerwerk verankert sein und an den Stellen stabil sein, an denen Scharniere sitzen sowie Stifte und Riegel des Schließmechanismus greifen.

  

Beschläge

„In aller Regel ist die Bandseite, also die Seite, an der sich die Tür beim Öffnen dreht, zu schwach“, sagt Helmut Rieche von der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“. Die Lösung: stabile, in der Wand sicher verankerte Beschläge.

  

Balken und Riegel

Im Mauerwerk kann man links und rechts der Tür ein Querriegelschloss verankern. Es soll verhindern, dass Einbrecher die Tür aufbrechen. „Das ist immer dann sinnvoll, wenn Sie nicht bereits eine Tür der Widerstandsklasse RC2 drin haben“, sagt Schmidt. Das Schloss des Querriegels ist auch von außen sichtbar – dies wirke zusätzlich abschreckend, erklärt Rieche. Wer im Altbau lebt und eine Doppelflügeltür hat, braucht ein Stangenschloss, auch Vertikalschloss genannt: Es sichert die Tür auf der Schlossseite und verläuft von oben nach unten.

  

Türschloss

Rieche empfiehlt ein zertifiziertes Zylinderschloss, für das man nicht einfach einen Nachschlüssel bestellen kann. Der Zylinder muss bündig abschließen und in einer Stahlplatte gefasst sein. Auch das Schließblech muss stabil im Rahmen sitzen. Kliem hält mechanische Schutzmaßnahmen für deutlich wichtiger.  

Terrassen- /Balkontür

Eine neue Tür der Widerstandsklasse RC2 hat abschließbare Griffe und Beschläge mit Pilzkopf- und Mehrfachverriegelung. Diese Verriegelung verhindert, dass Einbrecher das Fenster einfach aushebeln können.  

Grenzen

„Einen abschließbaren Griff nachzurüsten, ist relativ schnell gemacht, aber bringt keinen Schutz vor Aufhebeln“, sagt Lange. Bei abschließbaren Griffen muss man „ein bisschen Disziplin beweisen“, sagt Kliem. „Es bringt absolut gar nichts, wenn man den Schlüssel stecken lässt oder aufs Fensterbrett legt.“ Dann könnten Einbrecher die Scheibe zerschlagen und aufsperren.  

Montage

Kliem rät, nicht selber Hand anzulegen, wenn man sich nicht sehr sicher dabei ist. Ein Vorteil, wenn ein Fachbetrieb die Produkte einbaut: Wer mehr als 500 Euro in den Einbruchsschutz investiert, kann unter bestimmten Voraussetzungen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Förderung beantragen. Zwar bekommt man abschließbare Fenstergriffe schon ab 20 Euro, Querriegelschlösser liegen jedoch eher zwischen 250 und 500 Euro. Wer umfassend nachrüstet, knackt also die Mindestsumme relativ schnell.  

Beratung

Privatpersonen können sich an die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen wenden. Deren Experten zeigen kostenlos vor Ort Schwachstellen auf.

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Kreditanstalt für Wiederaufbau:
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