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Aktualisiert vor 16 Minuten.

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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Frühjahrsputz: Aus dem Winterschlaf erweckt

06.03.2021

Berlin Im Frühling ist es an der Zeit, Balkon und Terrasse von den Spuren der Wintermonate zu befreien. Dabei geht es nicht nur darum, das Freiluftwohnzimmer möglichst behaglich herzurichten, sondern auch mögliche Schäden zu entdecken und zu beheben. Experten erklären, was zu tun ist.  

Inspektion

Zunächst ist eine Inspektion sinnvoll, denn Frost und Feuchtigkeit können Balkon und Terrasse zu schaffen machen. „Diese Bauteile zählen zu den gefährdetsten Bereichen am Haus, da sie der Witterung besonders stark ausgesetzt sind“, erklärt Matthias Gerdom vom Verband Privater Bauherren (VPB).

Auf den horizontalen Flächen lagern sich Unrat und Pflanzenreste ab, Schnee bleibt oft längere Zeit liegen. So entstehen über Monate gefährliche Feuchtenester, die den Belag stark beanspruchen können. Dringt dann Feuchte beispielsweise durch einen Riss in die Konstruktion ein und gefriert, kann der Belag platzen. „Werden solche Schäden nicht frühzeitig erkannt und behoben, vergrößern sich die Einfallstore für das Wasser immer weiter. Schlimmstenfalls kann das bei einem Balkon sogar die Statik beeinträchtigen“, erklärt Gerdom.

Abplatzungen an den Rändern oder der Unterseite des Balkons sowie Wasser- und Rostspuren an der Fassade könnten tieferliegende Schäden anzeigen.   

Balkongeländer checken

Der Test ist einfach: Fühlt es sich locker an, muss natürlich die Befestigung an Wand und Boden geprüft und eventuell nachgezogen werden. „Es können aber auch ernsthafte Schäden dahinter stecken“, ergänzt Gerdom. Rostspuren an der Fassade unterhalb der Verankerung können auf Materialschäden hinweisen, die gegebenenfalls ein Fachmann untersuchen sollte. Wichtig ist, dass die Ursache gefunden wird.

Stolperfallen beheben

Haben sich auf der Terrasse oder dem Balkon durch den Frost Bodenplatten gehoben oder sind Beläge aufgefroren, bilden sich gefährliche Stolperschwellen. „Wenn beim Drauftreten etwas unter dem Fuß locker ist oder hohl klingt, dann ist das ein Alarmzeichen für tiefere Schäden“, erklärt Matthias Gerdom.   

Laub beseitigen und Abläufe überprüfen

Balkon und Terrasse werden nach dem Winter gründlich gereinigt. Pfützen und nasses Laub müssen beseitigt, alle Abläufe gesäubert und überprüft werden. „Selbst kleine Leckagen darf man nicht unterschätzen“, sagt Corinna Kodim vom Verband Haus & Grund. „Sie weisen möglicherweise auf einen Rohrbruch hin. Vor allem Abflussrohre sind gefährdet. Sie können platzen, wenn im Winter dort gestautes Wasser gefriert.“  

Boden reinigen

Im Winterklima siedeln sich gern Algen und Moose auf Boden und Oberflächen an. „Mit einem Grünbelagentferner lässt sich dieser schmierige grüne Belag gut bekämpfen“, sagt Jörg Korfhage, Trainer an der DIY-Academy. Bei Steinböden seien diese Mittel unproblematisch. Bei Holzböden empfiehlt er, sie erst einmal an einer unauffälligen Stelle auszuprobieren. Alternativ kann ein Hochdruckreiniger verwendet werden. „Dann sollte man aber nicht den scharfen Strahl nehmen, sondern eine Kreiseldüse mit rotierenden Bürsten“, empfiehlt Korfhage. Diese sei vor allem bei verfugten Terrassen das Mittel der Wahl. Etwas mühsamer, aber auch sehr umweltfreundlich sei das Abschrubben der Oberflächen per Hand und mit biologisch abbaubarer Seifenlauge. Eine sanfte Reinigung schont auch das Material: „Wird zu viel Kraft oder Chemie angewendet, wird der Boden rau. Das macht ihn angreifbarer für neuen Schmutz“, ergänzt Kodim.  

Holzschutzmittel auftragen

Zum Schutz vor Witterungseinflüssen durch Feuchtigkeit und UV-Licht müssen Böden aus Weichholz zum Abschluss der Reinigung geölt oder gewachst werden – zum Beispiel mit pigmenthaltigen Holzschutzmitteln. Böden aus Hartholz müssen nicht, können aber behandelt werden, wenn die Farbe des Holzes erhalten bleiben soll.

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