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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Gartenparty: Bunte Tafel locker arrangiert

06.08.2022

Berlin Wenn die fröhliche Gartenparty steigt, muss auch das Ambiente stimmen. Plastikteller sind selbstverständlich tabu. Stattdessen ist auf der Festtafel Mix & Match (engl. mischen und anpassen) angesagt. Damit es wirkt, wie von lockerer Hand arrangiert, ist Deko-Talent gefragt.

„Die Gäste sollen schon spüren, dass es ein besonderes Fest ist, mit dem die Gastgeber sich viel Mühe machen“, meint Björn Kroner-Salié, Florist und Spezialist für Tafelkultur aus Berlin. Allerdings dürfe man nicht übertreiben. Trotz Nachholbedarf beim Feiern – im Garten erwarten die Besucher weder feinste Gedecke, noch professionell arrangierten Tischschmuck und perfekten Service. „Wenn man im Freien feiert, gilt immer: Es darf lockerer zugehen, nicht alles muss hundertprozentig durchgestylt sein“, sagt Lioba Wagner vom Porzellanhersteller Villeroy & Boch. Trotzdem gelten natürlich auch im Freien die Regeln des guten Geschmacks.   

Tischdecke

„Die Tischwäsche sollte zum Ambiente passen. Also wird es im Garten nicht unbedingt die edle weiße Damastdecke sein, sondern eher eine in pastelligen Farben, mit Blumen oder Schabrettmuster“, sagt Kroner-Salié. „Aber ein schöner Holztisch wirkt auch ohne Tischdecke.“  

Geschirr

„Der Klassiker ist natürlich einheitliches Porzellan für alle“, meint André Neiß, Geschäftsführer der Porzellanmanufaktur Fürstenberg. Aber kaum jemand hat heute noch ein zwölfteiliges Speiseservice im Schrank. Stattdessen finden sich bunt zusammengewürfelte Teller, Schüsseln und Gläser. „Genau richtig“, meint Björn Kroner-Salié. „Alles, was man hat, frei zu kombinieren, ist eine Möglichkeit, seine eigenen Akzente zu setzen.“  

Mix & Match

Unterschiedliches Geschirr zu mischen, ist modern, weil nachhaltig. Man nennt es Mix & Match. Dabei werden verschiedene Porzellane in Form und Farbe kombiniert. Allerdings braucht man schon ein gewisses Deko-Talent, um die Teile harmonisch zu platzieren. Gut zusammen machen sich oft Teile aus verschiedenen Serien eines Herstellers, weil sie gleiche oder abgestimmte Farbtöne haben. „Das schafft eine elegante Verbindung zwischen den Serien ebenso wie zwischen dekorierten und weißen Teilen“, erläutert André Neiß.   

Kein Plastik

So praktisch es auch sein mag, Geschirr oder Besteck aus Plastik sind bei einer stilvollen Gartenparty tabu. „Das ist absolut kein Thema mehr“, sagt Lioba Wagner. Schon längst out sind Plastik-Trinkhalme – besser ist es, solche aus Glas oder Papier zu verwenden. Zumal die Produktion der Trinkhalme aus Plastik in der EU zur Abfallvermeidung bereits seit 2021 verboten ist.   

Selbstbedienung

Die Arbeit erleichtert sich, wer die Speisen nicht wie bei einem Gaststättenbesuch einzeln zu den Gästen an den Tisch bringt. Man kann stattdessen große Platten und Schüsseln aufstellen, von denen sich die Gäste bedienen. Es macht auch mehr Spaß, wenn jeder frei wählen kann, und fördert zugleich die Kommunikation.   

tisch-Deko

Da bieten sich in einem Garten natürlich Blumen an. Auch Zweige und Gräser wirken dekorativ. „Der Blumenschmuck darf aber nicht zu dominant sein“, meint Florist Kroner-Salié. „Blumen sollen sich einfügen, begleiten, untermalen, aber nicht als Hauptdarsteller in der Mitte prangen.“   

Beleuchtung

Kerzen im Glasbehälter, LED-Lichterketten oder -Lampions sorgen am Abend für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Ebenso wie Solarlampen an verschiedenen Stellen im Garten, die in der Dämmerung von allein angehen. Das kann sehr romantisch sein.

Schön aufgetischt

Wie schick es bei der Gartenparty zugehen darf, kommt natürlich auf den Anlass an. Für einen Brunch mit Freunden wird man den Tisch anders gestalten als für einen romantischen Abend, eine Hochzeit oder einen runden Geburtstag.

Servietten sind für eine festliche Sommertafel ein absolutes Must-have, sagt Fürstenberg-Geschäftsführer. „Sie sollten zum Gesamtbild passen und nach Möglichkeit aus Stoff sein. Dann fliegen sie nicht herum, und nachhaltiger sind sie außerdem.“

Beim Geschirr kann aus allem, was man hat, frei kombiniert werden. Wer es besonders festlich mag, sollte das Mix & Match aber nicht auf die Spitze treiben. Björn Kroner-Salié rät, sich dann auf zwei Motive oder Materialien zu beschränken. Multifunktionale Teile wie Platten, Becher und Bowls passen gut zueinander, wenn sie in einer Farbfamilie oder aus ähnlichen Materialien wie Steingut oder Keramik gefertigt sind, rät Lioba Wagner von Villeroy & Boch.

Kombinieren lässt sich farbiges, sommerlich anmutendes Porzellan mit farbigen Kristallgläsern. „Damit entsteht ein schöner Spannungsbogen, und jede weitere Dekoration kann zurückhaltend sein“, meint André Neiß.

Blumen sollen sich begleiten und untermalen, aber nicht als Hauptdarsteller in der Mitte prangen. Der Blumenschmuck sollte nicht über 30 Zentimeter hoch sein, damit sich die Gäste sehen und miteinander reden können.„Auf einer langen Tafel kann man mehrere Gläser mit einer Sorte Blumen als Band aufstellen“, rät Kroner-Salié.

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