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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Alles über Eigentumsverhältnisse und Belastungen

18.08.2018

Berlin Wem gehört das Haus wirklich? Wie viele Schulden lasten auf der Immobilie? Wer über solche Fragen sicher Auskunft haben will, muss ins Grundbuch schauen. Geführt werden die Grundbücher in der Regel bei den Amtsgerichten.

Doch Einsicht bekommt längst nicht jeder. Denn dafür ist ein berechtigtes Interesse nötig, so die Bundesnotarkammer. Das kann zum Beispiel eine Kaufabsicht sein. Ein Interessent muss seine ernsthafte Absicht im Zweifel mit einer Vollmacht des Eigentümers belegen können.

Das Grundbuch enthalte alle wichtigen Informationen über Eigentumsverhältnisse, Dienstbarkeiten und Belastungen, erläutert Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund. Es hat ein Bestandsverzeichnis und drei Abteilungen:

 Im Bestandsverzeichnis findet sich eine Beschreibung der Immobilie. Bei Grundstücken zum Beispiel sind hier Angaben zur Lage, zur Größe und Bebauung verzeichnet.

 In der ersten Abteilung wird der Eigentümer aufgeführt. Sind es mehrere Eigentümer, etwa bei Ehepaaren, werden zugleich die Eigentumsverhältnisse angegeben – also etwa „je zur Hälfte“. Da Einträge im Laufe der Zeit nicht vollständig gelöscht werden, sondern immer nur als nicht mehr gültig markiert werden, lässt sich hier auch die Geschichte einer Immobilie ablesen.

 In der zweiten Abteilung finden sich alle Lasten und Beschränkungen – zum Beispiel Wegerechte, die mit einem Grundstücksnachbarn vereinbart sind. Aber auch Gas-, Wasser- oder Stromleitungen, die über ein Grundstück gehen, sind hier verzeichnet. Eigentümer müssen diese Rechte dulden. Auch mögliche Vorkaufs- oder Wohnrechte sind vermerkt. Gleiches gilt für Informationen über laufende Insolvenzverfahren im Zusammenhang mit dem Eigentümer der Immobilie oder ob sie Teil einer Testamentsvollstreckung ist.

„Bei Verkäufen wird in diesem Teil außerdem eine Auflassungsvormerkung eingetragen“, erklärt Notarassesor Richard Rachlitz. Ein solcher Eintrag wird nach Unterzeichnung eines Kaufvertrages vom Notar veranlasst. „Es ist eine Sicherheit für Käufer“, erklärt Gerold Happ. „Der Eigentümer kann durch diesen Vermerk das Grundstück nicht zweimal verkaufen, denn der Grundbucheintrag ist durch die Vormerkung gesperrt.“

 Die dritte Abteilung des Grundbuchs spielt bei der Finanzierung eine wichtige Rolle. „Hier werden alle Schulden eingetragen, die auf der Immobilie lasten“, erklärt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. „Also Grundschulden oder Hypotheken.“

Der Blick ins Grundbuch ist im Prinzip kostenlos. Wer einen Ausdruck haben möchte, muss dafür etwas bezahlen. Diese Kopien sind wichtige Dokumente, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten.


Zuständiges Grundbuchamt finden unter   www.grundbuch-portal.de 
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