Berlin - An kühlen Sommertagen fällt es gar nicht so schwer, schon an die kommende Heizsaison zu denken. Und das kann sich auszahlen: Wer im Winter sparen möchte, sollte jetzt investieren – in ein wenig DIY und etwas Finetuning vom Handwerker. Dazu raten Experten:
Heizung warten lassen
Ein Fachmann wartet den Kessel und reinigt ihn. Bei Bedarf wechselt er Verschleißteile aus. „Beim Heizungscheck zeigen sich oft Defizite, deren Beseitigung einiges an Energie spart und die Heizung effizienter laufen lässt“, sagt Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima (ZVSHK). Der Profi kann auch feststellen, ob ein Austausch des Heizkessels sinnvoll ist. Kosten: 100 bis 150 Euro.
HydraulischerAbgleich
Mehr als 80 Prozent der Heizungen sind laut Untersuchungen der Verbraucherzentralen nicht optimal eingestellt. „Ohne hydraulischen Abgleich gelangt oft zu viel warmes Wasser in nah am Heizkessel gelegene Heizkörper“, erklärt Alexander Steinfeldt, Pressesprecher der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Weiter entfernte Heizkörper bleiben dagegen unterversorgt, werden entsprechend stärker aufgedreht, was unnötige Kosten verursacht. Nach dem hydraulischen Abgleich fließt nur noch die tatsächlich benötigte Menge Heizungswasser in jeden Heizkörper. Das kann den Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent senken. Der Abgleich wird vom Fachhandwerker vorgenommen. Er kostet laut Steinfeldt inklusive Förderung rund 790 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus und amortisiert sich in fünf Jahren. Die gute Nachricht: Der Abgleich muss nicht wiederholt werden, wenn an der Heizungsanlage danach keine Veränderung wie ein Austausch von Komponenten vorgenommen wird. Im laufenden Betrieb verstellt sich an der Heizanlage nichts.
Heizungspumpeaustauschen
Die Heizungspumpe ist ein Bauteil, das wesentlich den Energieverbrauch einer Anlage bestimmt. Sie sorgt dafür, dass das erwärmte Heizungswasser durch das gesamte Gebäude gepumpt wird. Hocheffizienzpumpen benötigen nur 20 Prozent des Stroms einer veralteten Pumpe, sagt Steinfeldt. Ob sich der Pumpentausch lohnt, sollte der Heizungstechniker prüfen. Die Heizungspumpe kostet laut Steinfeld inklusive Förderung zusätzlich zum hydraulischen Abgleich rund 340 Euro, also insgesamt 1130 Euro. „Die jährliche Kosteneinsparung beträgt 290 Euro“, so der Energieexperte. Er erwartet eine Amortisierung der Kosten innerhalb von vier Jahren.
Heizungsrohreselbst dämmen
Frei liegende Heizungsrohre lassen sich mit Rohrschalen aus dem Baumarkt einfach dämmen – und zwar in Eigenregie ohne großes Wissen. Das spart laut Steinfeldt pro Meter gedämmtes Rohr rund 20 Euro Heizkosten. Für die Rohrschalen muss man etwa vier Euro je Meter rechnen. Sie werden mit einem Messer zugeschnitten und mit Klebeband befestigt.
Fenster abdichten
Werden Fensterrahmen mit Dichtungsband abgedichtet, kann weniger kalte Luft eindringen und weniger warme Luft entweichen. Man muss also auch weniger heizen. Das kann laut co2online bis zu 110 Euro Energiekosten pro Jahr ausmachen. Dichtungsband gibt es zum Beispiel im Baumarkt – schon für weniger als einen Euro je Meter.
Nischen derHeizkörper dämmen
Insbesondere in älteren Gebäuden stehen viele Heizkörper in einer Nische unter dem Fenster, die nicht gedämmt ist. Dadurch geht wertvolle Heizwärme verloren. Auch das kann man selbst einfach beheben – mit Dämmmatten aus Polystyrol und Aluminiumfolie aus dem Baumarkt. Ausschlaggebend ist, dass die Dämmung von allen Seiten luftdicht mit der Wand verbunden ist. Laut Alexander Steinfeldt von co2online muss man mit rund 10 bis 20 Euro Materialkosten je Heizkörpernische rechnen.
ElektronischeThermostate einbauen
Wer noch mechanische Thermostate nutzt, kann überlegen, ob er sie gegen elektronische tauscht. Damit lässt sich die gewünschte Zimmertemperatur gradgenau einstellen. Die Thermostate lassen sich auch so programmieren, dass die Temperatur bei längeren Abwesenheiten oder in der Nacht automatisch abgesenkt wird.
