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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Käufer wissen gepflegten Garten zu schätzen

04.08.2018

Bonn Ein gepflegter Garten steigert nicht nur den Wert einer Immobilie, er kann auch den Verkauf beschleunigen. Umgekehrt kann ein verwilderter Garten Interessenten abschrecken.

„Die potenziellen Käufer ziehen vom Zustand des Gartens Rückschlüsse auf das Haus“, erklärt Petra Uertz vom Verband Wohneigentum. Auch ein komplett zubetoniertes Grundstück komme nicht gut an. Das hat Auswirkungen auf den Preis: „Ist der Garten ungepflegt, rechnen die Kunden schon mal 50 000 Euro runter“, berichtet Maklerin Claudia Brakonier.

Immobilienbesitzer sollten berücksichtigen, dass sich der Preis nicht nur nach Grundstücksfläche und Lage richtet. Auch der allgemeine Zustand wird bewertet. Aufschluss kann ein Wertgutachten von Landschaftsarchitekten oder Immobilienberatern geben. Wie bedeutsam der Garten für den späteren Bewohner ist, hängt auch davon ab, ob er die Wertigkeit erkennt. „Viele wissen gar nicht, wie kostspielig es ist, ein Grundstück uneinsehbar zu bepflanzen“, sagt Brakonier.

„Als wertvoll erkennen viele einen alten Baumbestand“, sagt Hermann Kurth, Geschäftsführer des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Sie suchen gezielt nach Gärten mit großen Bäumen und eindrucksvollen Sträuchern. Zu viele Bäume dürfen es aber nicht sein, da diese auch zu viel Schatten werfen, erklärt Brakonier. Was den meisten derzeit gefällt, seien wild-romantische Gärten. Sie sollten nach Einschätzung der Expertin gut gemacht wirken und nicht zu durchgestylt sein.

Oft wird auch der Wunsch nach einer Terrasse laut. „Am besten, die Immobilie hat gleich zwei“, sagt die Maklerin. Eine mit Ostausrichtung und eine für die Spätsonne im Süden oder Westen. Das wirke verkaufsfördernd. Was ebenfalls viele mögen, sind ebene Gärten und gepflegte Rasenflächen. Sie sollten groß genug sein, um sich darauf mit Freunden und Familie frei bewegen zu können.

Beim Garten hinterm Haus spielt die Privatsphäre eine wichtige Rolle. Ein Sichtschutz sollte bereits vorhanden sein. Im Gegensatz zum Vorgarten: „Mannshohe Hecken schrecken durch ihren festungsähnlichen Charakter eher ab“, erklärt Uertz.

Wenn man es sich leisten kann, sollte man den Verkauf in einer vorteilhafte Jahreszeit legen, rät Brakonier: Wenn der Magnolienbaum im Frühling blüht, der Sommergarten in voller Blüte steht oder der wilde Wein sich im Herbst rot färbt. Zum Werterhalt empfiehlt sie, den Garten eines leerstehenden Gebäudes von einem Landschaftsgärtner pflegen zu lassen. Auch eine Schönheitskur könne sich auszahlen: „Ein schöner Garten erhöht die Chancen, einen Käufer zu finden, der auch bereit ist, mehr für die Immobilie zu bezahlen.“

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