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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Wassernutzung: Regen für den Hausgebrauch

05.06.2021

Darmstadt /Sankt Augustin Nur ein kleiner Teil des im Haushalt verwendeten Wassers muss Trinkwasserqualität haben. Regenwasser zu sammeln, bietet sich nicht nur für die Gartenbewässerung an. Wer es auch für die Toilettenspülung, zum Putzen und für die Waschmaschine nutzt, spart Geld und dient der Umwelt. Mit einer Regenwassernutzungsanlage ist das möglich. „Die Trinkwassereinsparung beträgt dadurch etwa 50 Prozent des häuslichen Verbrauchs“, erklärt Dietmar Sperfeld von der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung. Diese Anlagen sind auch bei Starkregen hilfreich – denn die Zisterne kann viel Wasser auffangen.  

Wie funktioniert eineAnlage zur Nutzungvon Regenwasser?

„Der Regen von der Dachfläche wird gesammelt und über die Regenfallrohre durch einen Filter geleitet. Dann fließt es in einen Erdspeicher, Zisterne genannt“, erklärt Andreas Braun vom Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima. Diese Speicher gibt es in verschiedenen Größen. Sie lassen sich unauffällig unter der Garagenzufahrt oder im Garten unterirdisch unterbringen. Wichtig ist, dass das Regenwasser gut gereinigt wird. „Dazu dient neben dem vorgeschalteten Filter ein beruhigter Regenwasserzulauf.“ Er vermeidet, dass im Speicher Sediment aufgewirbelt wird. „Um das Wasser aus den saubersten Schichten im Behälter zu entnehmen, wird der Entnahmeschlauch schwimmend verlegt“, erläutert Braun.  

Kann jeder so eineAnlage nutzen?

Nicht ganz. „Einige Dachmaterialien sind für das Auffangen und die weitere Nutzung von Wasser im Garten nicht oder nur beschränkt geeignet“, sagt Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt. So können von Dächern aus Kupfer und Zink Metallverbindungen abgeschwemmt werden, auch bei Dächern mit Teerpappe kann die Bitumenabdichtung Biozide freisetzen. Hier sollte man von einer Regenwassergewinnung absehen.

Wer Wäsche mit Regenwasser reinigt, sollte vorsichtig sein, wenn Menschen mit schwachem Immunsystem oder Säuglinge im Haushalt leben. „Zwar werden beim Wäschewaschen durch Temperatur und Waschmittel gesundheitsgefährdende Keime in der Regel abgetötet“, sagt Kirschbaum. „Bei den anschließenden Spülungen mit kaltem Wasser ist dies jedoch nicht sichergestellt, so dass Keime in die Wäsche übertragen werden können.“ Dieses Risiko kann man nur durch eine geeignete Wasseraufbereitung ausschließen, oder wenn man die Wäsche bügelt.    

Ist dafür eine separate Regenwasserleitungim Haus erforderlich?

Ja. „Wer Regenwasser nutzt, braucht ein zweites Leitungssystem zusätzlich zur Trinkwasserleitung“, sagt Braun. Denn laut der Trinkwasserverordnung muss man sicher stellen, dass es an der Regenwassernutzungsanlage eine Sicherung gibt, die verhindert, dass sich Regenwasser mit Trinkwasser mischt. Diese Leitungen müssen farblich so gekennzeichnet sein, dass offensichtlich ist, dass sie kein Trinkwasser führen.   

Wie lange reicht einRegenwasserspeicherbei Trockenheit?

Das kommt auf den Verbrauch an. „Drei bis vier Wochen sollte das Wasser schon reichen, wenn der Speicher voll war“, erklärt Regenwasser-Experte Sperfeld. In längeren Trockenperioden könne es allerdings erforderlich sein, Trinkwasser nachspeisen zu müssen.

Ein Rechenexempel

Ein Haushalt mit vier Personen kann laut Umweltbundesamt jährlich etwa 40 bis 60 Kubikmeter Trinkwasser durch die Nutzung von Regenwasser ersetzen, wenn es auch zum Waschen verwendet wird. Damit seien Einsparungen zwischen 160 und 300 Euro möglich, je nachdem ob für genutztes Regenwasser Abwassergebühren fällig werden, so die BHW Bausparkasse.

Die Kosten für eine Regenwassernutzungsanlage sind hoch. Am meisten lohne es sich, sie direkt beim Hausbau mit einzuplanen, so die BHW. Mit bis zu 5000 Euro sei inklusive Speicher, Rohren, Filter und Pumpen zu rechnen, mancherorts kommen zusätzliche Wasseruhren und deren Eichung hinzu. Die Investition amortisiere sich frühestens nach zehn Jahren, wenn die Kommune keine Abwassergebühren für das eingesetzte Regenwasser erhebt.


Mehr Infos: und   regenwasser-experten.fbr.de  oder   www.wasserwaermeluft.de 
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