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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

IgB-Motto: „Wir lieben alte Häuser“

03.09.2019

Noch gibt es sie in verschiedenen Orten und Landschaften: Alte, unbewohnte Bauernhäuser, Scheunen und Stallungen. Manchmal schon zugewachsen und verfallen, fristen sie ein unbestimmtes Dasein. Diese Objekte wie auch alte Windmühlen und Wassertürme bergen Spuren und Wissen zahlreicher Generationen von Bewohnern und Handwerkern. Mehr noch: Sie sind in einzigartiger Weise geprägt von der Kulturlandschaft ihres Standortes und überzeugen mit Charme, Seele und Unverwechselbarkeit.

Historisches Kulturerbe erhalten

Vielfach müssen alte und interessante Bestände – Häuser und Nebengebäude, die in unverkennbarer Weise die Landschaften prägen, für Neubauten weichen. Die Interessengemeinschaft Bauernhaus, die vor gut 40 Jahren in Kirchseelte ins Leben gerufen wurde, beobachtet mit großer Besorgnis, wie schnell dieses historische Kulturerbe zu verschwinden droht. Damit das gute Leben auf dem Lande weiter möglich ist, fordert die IgB unter anderem, neuen Lebensraum in althergebrachter ländlicher Umgebung zu fördern, Altbausubstanz zu erhalten und zu erneuern. Kurzum: Sanieren statt Neubau und Wohnbaupolitik und nachhaltige Entwicklung in Einklang zu bringen lautet das Motto.

„Erhaltenswerte Ensembles und Hauslandschaften im ländlichen Raum zu erhalten und durch Sanierung bei Verwendung traditioneller Materialien und Bautechniken herzurichten, ist das Ziel der IgB“: Hermann Rust möchte interessierte Bauwillige, die eine Freude an diesen historischen Bauformen haben, für den Fortbestand solcher Häuser begeistern. Die Mitgliedschaft in der IgB steht allen Personen, die sich für Bauerhaltung im ländlichen Raum einsetzen wollen, offen.

Heimat über Generationen

In einem Interview erläutert der Westersteder Architekt, wie die IgB hilfreich bei Fragen rund um ortstypische Altbauten zur Verfügung stehen kann.

Warum engagieren Sie sich für die Erhaltung der besonderen ländlichen Bauweisen?

Hermann Rust: Da gibt es viele Gründe. Diese historischen Bauten haben Generationen eine Heimat gegeben. Das steckt Kultur drin, die jahrhundertelang Bestand hatte. Ich bin in Ostfriesland in einem alten Gulfhaus geboren. Bereits 1976 haben meine Frau und ich unser erstes Ammerländer Bauernhaus gekauft, die Sanierung und den Umbau komplett in Eigenleistung ausgeführt.

Wie kann die IgB Privatleuten helfen, solche historischen Schätze zu finden?

Hermann Rust: Wir Mitglieder können auf der Internet-Seite kostenfrei eine gezielte Suchanzeige einstellen und nach einem speziellen Objekt Ausschau halten. Beispielsweise im Ammerland gibt es noch viele Objekte, die erhaltenswürdig sind.

Was ist bei alten Bauernhäusern und anderen historischen Bauten zu beachten, die unter Denkmalschutz stehen?

Hermann Rust: Hier ist die Zusammenarbeit mit dem Monumentendienst sehr hilfreich und vorteilhaft. Der Monumentendienst prüft die Bausubstanz. Durch die behutsame Kombination zwischen Alt und Modern an heutige Wohnbedürfnisse können wir den nachfolgenden Generationen die Schönheit und Dauerhaftigkeit erhalten.

Klinker aus alter Bausubstanz, die nur mit Kalk oder Lehm gemauert sind, und Dachpfannen aus Ton halten unbegrenzt und verleihen den neuen Altbauten einen ganz besonderen Charme. Die Balkenkonstruktion wird restauriert und eingebaut.

Sind für die Restaurierung bestimmte Handwerkstechniken erforderlich?

Hermann Rust: Unsere Handwerksbetriebe haben beispielsweise Zimmerer und Maurer, die Spezialisten für solche Bereiche sind.

Welche Nutzungsmöglichkeiten bieten sich für Scheunen, Windmühlen und Wassertürme?

Hermann Rust: Gulfscheunen und -häuser können restauriert werden und durchaus bis zu fünf Wohnungen enthalten. Das ist auch im Außenbereich möglich. Vom Staat ist dieser Ausbau gewünscht, um solche Häuser zu erhalten. Durch die höhere Anzahl an Wohnungen lassen sich die Kosten umsetzen. Restaurierung von Windmühlen und Wassertürme ist etwas für Idealisten.

Am Sonntag, 8. September, findet deutschlandweit wieder der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordinierte Tag des offenen Denkmals statt. Auch die Interessengemeinschaft Bauernhaus beteiligt sich an diesem Tag mit vielen Aktionen und offenen Häusern. Der Tag des offenen Denkmals bietet die seltene Gelegenheit, auch privat genutzte Gebäude, die ansonsten nicht zugänglich sind, kennenzulernen. Gehen Sie mit der Interessengemeinschaft Bauernhaus auf Zeitreise und erleben Sie spannende Objekte, interessante Führungen und ungeahnte Einblicke in die Geschichte. Vielleicht können Sie dabei zusätzlich gute Tipps für das eigene Sanierungsprojekt mitnehmen.

Der Verein IgB lebt von einem deutschlandweiten Netzwerk mit rund 150 Außen- und Kontaktstellen und ist vor Ort für Mitglieder und andere Interessierte ansprechbar, wenn es um Fragen zu Häusern, ihrer Instandsetzung und Rettung geht. Getreu dem Motto „Wir lieben alte Häuser“ verstehen die rund 6000 Mitglieder den Erhalt historischer Bausubstanz nicht nur als eine Aufgabe, sondern als Herzensangelegenheit. Die IgB kann mit ihrem Netzwerk Interessierten mit guten Beispielen, Erfahrung und Beratung helfend zur Seite stehen. Für das Ammerland ist Hermann Rust, Burgstraße 21, 26655 Westerstede, Ansprechpartner.
Zu erreichen unter Telefon:
04488 4854 oder per Mail

Weitere Ansprechpartner im Oldenburger Land gibt es in der Wesermarsch, Oldenburg, Friesland und Wildeshausen.

Die Auszeichnung würdigt besondere Leistungen bei der Erhaltung historischer Bausubstanz auf dem Land. Mit den preisgekrönten Beispielen will die IgB zu einem entsprechenden Umgang mit historischer Bausubstanz anregen. 2019 sind Vereine, Initiativen und andere Gruppen, die als Gemeinschaft ein Zeugnis der ländlichen Architektur gerettet haben, dazu aufgerufen, sich für den Julius-H.-W.-Kraft-Preis zu bewerben.


     www.igbauernhaus.de 
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