Feuer – schon der Gedanke, dass ein Brand die Wohnung oder das Haus zerstören und Mobiliar und persönliche Dinge ein Raub der Flammen werden, ist heftig. Gut, wenn kein Personenschaden zu beklagen ist. Dennoch stürzt ein Brand die Bewohner in eine Hilflosigkeit und Handlungsohnmacht.
Der Brand ist gelöscht – die Ruine wirft Fragen auf
Was ist im akuten Brandfall zu tun? Reicht die Versicherungssumme? Wie geht man vor? Wer übernimmt die organisatorische Abwicklung? Ist ein Wiederaufbau sinnvoll oder bleibt nur der komplette Abriss? Fragen über Fragen ergeben sich. Die Bewohner sind in einem solchen Schadensfall gut beraten, sich von Fachleuten begleiten zu lassen oder die komplette Abwicklung in die Hände eines Brandschadensanierers zu geben.
„Die Bewohner stehen oft unter Schock und sind mit der fachlichen Thematik überfordert“, erklärt Harro Weinlich von FEPA Wohnbau Apen. Der Bauleiter ist unter anderem Fachkraft für Arbeiten in kontaminiertem Bereich und spezialisiert auf Brandschadensanierung.
Ob sich eine Brandsanierung rentiert oder nicht beziehungsweise ob sie überhaupt möglich ist, richtet sich nach der Bewertung des Objektes, die der Gutachter zu Protokoll bringt. Harro Weinlich setzt auf fachkundige Begutachtung und Prüfung des Objektes durch den Gutachter, um eine übereilte Entscheidung zu verhindern. In einem Interview erläutert der Bauleiter welche Vorgehensweise für alle Beteiligten sinnvoll ist.
Der Gutachter hat die Entscheidung „Sanierung“ gefällt. Welches sind die nächsten Schritte?
Harro Weinlich: Die Versicherung nimmt Kontakt mit dem Bauunternehmen auf, das die gesamte Abwicklung organisiert und koordiniert. Die Sanierung erfolgt entsprechend der Versicherungssumme. Der Kunde bekommt das Rundum-Sorglos-Paket und der Bauunternehmer rechnet mit der Versicherung ab. Alle kontaminierten Materialien werden fachgerecht entsorgt. Bauteile, die stehenbleiben, werden mit Trockeneis behandelt, das anschießend in speziellen Behältnissen entsorgt wird.
Frage: Was ist nach einem Schmauchbrand oder Schwelbrand zu tun?
Harro Weinlich: In der Regel ist mindestens das ganze Zimmer verrußt. Wände, Decken und Fußböden werden mit Trockeneis gereinigt. Dokumente, Unterlagen oder Fotos werden einlaminiert und bleiben dadurch erhalten.
Frage: Wenn eine Sanierung nicht möglich ist, steht ein Abriss mit anschließendem Wiederaufbau an. Wie läuft das Szenario ab?
Harro Weinlich: Als geschulter Brandschadensanierer stand ich vor einiger Zeit mit einem Gutachter vor einem schweren Brandschaden an einem Einfamilienhaus mit Nebengebäude. Stahlträger und Tragwerksteile waren durch zu hohe Hitze in Mitleidenschaft gezogen, die Gebäudestatik war nicht mehr sicher, dadurch eine Sanierung nicht mehr möglich, das Haus wurde komplett abgerissen und neu aufgebaut.
Frage: Was ist bei denkmalgeschützten Gebäuden im Brandfall zu beachten?
Harro Weinlich: Wichtig ist, dass die Besitzer von den einzelnen Räumlichkeiten viele Detailaufnahmen anfertigen, die das Innere dokumentieren. Diese fotografische Dokumentation sollte man an einem sicheren Ort hinterlegen, um im Brandfall darauf zurückgreifen zu können und die ursprünglichen Gegebenheiten zu rekonstruieren. Rauchbeaufschlagte Materialien wie Türen lassen sich mit Trockeneis oder speziellen Reinigungsmitteln gut reinigen.
Frage: Was ist bei Küchen- oder Kaminbrand zu beachten?
Harro Weinlich: Bei einem Fettbrand in einem Oldenburger Haus haben wir die Küche komplett saniert und in allen anderen Räumen die Wände, Decken und den Bodenbelag gereinigt. In Wittmund gab es einen Kaminbrand im Wohnzimmer, den wir mit Trockeneis gereinigt haben. Der Fußboden war durch Löschwasser kontaminiert und musste ab Betonsohle erneuert werden. Wände und Decken wurden mit Trockeneis gereinigt und konnten danach tapeziert und gestrichen werden.
