Freiburg/Leipzig - Ein guter Einstand beim Einzug dient der guten Nachbarschaft: Dabei sollten neue Nachbarn sich nicht nur frühzeitig vorstellen, sondern auch potenzielle Probleme gleich ansprechen. „Man sollte zum Beispiel sagen, wenn man einen Hund hat oder vielleicht häufig ein lautes Instrument spielt“, rät Kommunikationsberaterin Elisabeth Bonneau aus Freiburg. Dabei sollte der neue Nachbar signalisieren, dass er Rücksicht nehmen und sich an Ruhezeiten in der Hausordnung halten wird. Noch mehr Pluspunkte sammelt er mit der Frage, zu welcher Tageszeit sich der andere vielleicht gestört fühlen würde.
Frühzeitiges Vorstellen verhindert auch die unangenehme Situation, fremd aneinander vorbeizulaufen. „Zudem haben die neuen Nachbarn unbewusst das Gefühl, ein Eindringling komme in ihr Revier“, erklärt Psychologin Julia Scharnhorst aus Leipzig
Eine Einladung der Nachbarn vermittelt Offenheit und Freundlichkeit. „Das Zuhause eines anderen betreten zu dürfen und gemeinsam etwas zu verzehren, ist ein uraltes Ritual der Annäherung“, sagt Scharnhorst. Viel Aufwand ist nicht nötig, es reicht eine Kiste mit den üblichen Getränken. Zu dick sollte nicht aufgetragen werden – das könnte als großkotzig oder anbiedernd empfunden werden.
Für einen Umtrunk bietet sich schon die allererste Zeit nach dem Umzug an, wenn noch nicht alle Kisten ausgepackt sind. Bonneau rät, die neuen Nachbarn keinesfalls in ein fertig eingerichtetes Haus einzuladen. „Damit macht man sich nackig. Die Leute schauen sich um und wissen sofort sehr viel über einen“, sagt sie.
Die Nachbarn mal um Hilfe bitten und sich bei ihnen eine Leiter ausleihen, empfiehlt Scharnhorst zum Anfang. Wer um Hilfe bitte, wirke sympathisch. Allerdings sollten es die Neuen nicht übertreiben. „Es sollte nicht der Eindruck einer großen Verbrüderung entstehen“, rät Bonneau. Besser ist es, die Bekanntschaft bei Gesprächen auf der Straße oder im Treppenhaus langsam wachsen zu lassen.
Viel einfacher ist der Zuzug in ein Neubaugebiet, wo alle neu sind. Es gibt noch keine gewachsenen Beziehungen. Der Status ist nicht so wichtig, weil alle in einer ähnlichen Situation sind: Sie können sich das Haus leisten, haben aber einen Kredit aufnehmen müssen. „Zudem handelt es sich meist um eine recht homogene Gemeinschaft mit gemeinsamen Interessen“, sagt Bonneau. In einem Neubaugebiet wohnen oft junge Familien, über die Kinder kommen sie rasch ins Gespräch und schnell auch zum „Du“. Hier bietet sich als Einstieg in eine gute Nachbarschaft ein kleines Straßenfest an.
