Köln - Weg vom Fast Food, hin zum „Slow living“: Design wird mit Emotionen verbunden, und jeder einzelne Mensch richtet sich bewusst und authentisch in einer individuellen Mischung ein. So erklärt Markus Majerus, Sprecher der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne, die an diesem Sonntag endet, die grundlegende Tendenz bei der Wohnungseinrichtung. Dabei zähle es weniger, was in Zeitschriften und Katalogen abgebildet werde, sondern vielmehr das Motto: „Jeder soll sich so einrichten, wie er will.“ Produkte aus Serien können auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Und einzigartig wird die Einrichtung durch die persönliche Handschrift bei der Kombination von Stilen, Farben und Formen.
Während Globalisierung und Digitalisierung die Welt um uns herum prägen, wird als Gegenmaßnahmen das Private tendenziell idyllisch gestaltet. Gemütlichkeit kehrt zurück in unsere Wohnungen, erklärt Ursula Geismann, Trendanalystin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie. Eine organische Formensprache, authentische Materialien und warme Farben würden zwei Drittel der Deutschen damit verbinden. Auch Kerzen erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.
Dabei sorgen Anleihen aus der skandinavischen Designwelt (Scandi Style) dafür, dass Schlichtheit und Gemütlichkeit sich nicht ausschließen. Klarheit, Ordnung und Einfachheit entstehen durch schlichte, zeitlose Entwürfe, die aber zugleich lässig wirken und neben Grau, Weiß und Pastell auch frische Farben tragen dürfen. Alltägliches wird hinter Türen und in Kommoden versteckt. Denn Aufgeräumtheit ist ebenfalls ein aktueller Einrichtungstrend. Insgesamt entsteht eine Mischung aus urbanem und rustikalem, schickem und minimalistischem Design. Wohnlich wird’s durch die Kombination mit warmen Holztönen und kuscheligen Textilien.
Geachtet wird zunehmend auf Natürlichkeit, Echtheit und Nachhaltigkeit – bei bei Design und Materialien ebenso wie bei Produktion und Lieferung. „2025 wird Öko bei Möbeln zum Standard werden“, prognostiziert Geismann. „Naturverbundene Möbel kommen.“
