Köln - Eine zum übrigen Wohnraum hin offene Küche ist bei Neubauten fast schon Standard. Von mehr als 90 Prozent der Grundrisse geht der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) aus. Das verändert die Ansprüche der Bewohner an ihre Möbel und Haushaltsgeräte. Denn in einem großzügigen Wohnraum ohne schützende Trennwände zu wohnen, kann auch nervig sein. Die Gerätehersteller und Möbeldesigner bieten Lösungen an:
Geräusche: „Die Haushaltsgeräte müssen leise sein, das betrifft vor allem Dunstabzugshauben und Spülmaschinen in der Küche“, erklärt Kirk Mangels, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft „Die Moderne Küche“. Flüsterleise Geräte bringen immer mehr Hersteller auf den Markt. Eine verzögerte Automatik der Scharniere, die den Schwung des Zustoßens abbremst und damit einen lauten Knall verhindert, setzt sich bei neuen Küchen inzwischen durch.
Privatsphäre: Viele Menschen vermissen in offenen Grundrissen nach einiger Zeit doch die Privatsphäre und klar abgegrenzte Funktionsbereiche, erläutert Ursula Geismann (VDM). „Die Menschen haben die Wände herausgerissen, und plötzlich wollen sie wieder Trennwände“, erklärt Bernd. D. Ehrengart, Inhaber des Raumausstatters Lambert. Die Lösung seien flexibel einsetzbare Raumteiler. Zunehmend würden auch Regalwände oder Küchenbuffets wie aus Omas Zeiten als Solitäre angeboten, die mitten im Raum stehen können. Alternativ bieten sich Vitrinenmöbel mit Glaswänden zu allen vier Seiten an.
Premium-Geschirrspüler erzeugen ein Geräusch von 37 Dezibel, was weniger als ein normales Gespräch mit 45 bis 55 Dezibel ist. Kühl- und Gefrierschränke liegen etwa auf dem gleichen Niveau oder etwas darüber. Bei Dunstabzugshauben kommen Spitzenmodelle auf der zweiten Lüftungsstufe auf 35 Dezibel. Verantwortlich für die Geräuscharmut sind laut Arbeitsgemeinschaft „Die Moderne Küche“ leistungsstarke Motoren mit bürstenlosem Magnetantrieb, intelligente Inverter-Kompressoren, spezielle Geräuschdämmungen und ein Antivibrations-Design.
Der Wunsch nach Offenheit endet für viele Menschen beim Badezimmer, ergab eine Umfrage im Auftrag der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. Vom Bad als Treffpunkt für die ganze Familie halten die Deutschen nichts. 67 Prozent lehnen das Einrichten eines „geselligen“ Bades kategorisch ab, 17 Prozent bezeichnen es für sich als eher unwahrscheinlich. Seit Jahren entwickeln Möbeldesigner und Sanitärunternehmen Ideen, das Bad zum Beispiel zum Schlafzimmer komplett zu öffnen. Wände fallen, und die Dusche wird beispielsweise frei im Raum aufgestellt.
Die Vibrationen und Geräusche einer Waschmaschine werden auf einem Dielenfußboden noch verstärkt. Abhilfe kann eine Entkoppelungsmatte schaffen, auch als Antivibrationsmatte im Handel zu finden. Die Maschine muss auf der dicken und festen Gummimatte aus dem Baumarkt allerdings noch mal mit einer Wasserwaage ausgerichtet werden. Die Vibrationen und Geräusche lassen sich damit allerdings nicht ganz unterbinden.
