Köln - Wer selten etwas repariert, kann auf viele Werkzeuge verzichten. Provokant gesagt: Puristen brauchen nur ein Taschenmesser, das neben einem Korkenzieher noch Tools wie Säge, Zange und Schraubenzieher hat. Doch was braucht man zu Hause wirklich als Werkzeug-Grundausstattung?
„Ein Taschenmesser funktioniert erstaunlich gut. Es ist faszinierend, was man damit alles machen kann. Und es ist natürlich auch praktisch für unterwegs“, sagt Peter Baruschke, der für die Zeitschrift „Selbst ist der Mann“ schon viele Werkzeuge ausprobiert und getestet hat.
Grundausstattung
Spätestens beim Bild aufhängen benötigt man aber auch einen Hammer. „Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass er hochwertig ist und einen Schlagschutz hat“, sagt Michael Pommer von der Do-it-yourself Academy.
Hilfreich sind auch: eine Flasche Sprühöl, ein Zimmermannsbleistift, ein Cuttermesser, eine scharfe Schere und eine gute Puk-Säge. „Am besten mit auswechselbaren Blättern für Holz- und Metallarbeiten“, sagt Pommer.
Praktisch ist Licht, wenn man in dunklen Ecken etwas reparieren muss. „Am besten besorgt man sich eine Stirnlampe – dann sind die Hände frei“, sagt Baruschke.
Pommer rät zu einer Lampe mit Akkus und Ladegerät. „Das ist langfristig günstiger.“
Schrauber
Pommer hält einen Akkuschrauber mit Schlag für unverzichtbar. Das Gerät sei vielseitig einsetzbar – und dank Akku von der Steckdose unabhängig. Baruschke sieht Vorteile darin, Handwerkzeuge zu benutzen: „Da habe ich es besser im Gefühl, wie stark ich etwa eine Schraube anziehen muss. Dadurch überdreht man eine Schraube seltener und weniger geht kaputt.“
Ob Akkuschrauber oder Handwerkzeug: Man sollte sich einen guten Satz Bits dazu besorgen „Ist die Bit-Aufnahme magnetisch, hilft das, die Schrauben besser aufzunehmen“, so Pommer. Vorausgesetzt, die Schrauben sind nicht aus Edelstahl.
Messgeräte
„Einen Zollstock gibt es schon als Werbegeschenk. Aber es sollte ein guter Zollstock sein. Denn der ist durch kleine Umbauten auch als Winkelmesser nutzbar“, sagt Pommer. Eine Wasserwaage und ein flexibles Stahlmaßband sind auch hilfreich. Gute digitale Geräte kombinieren beide Funktionen.
Zangen
Bei Zangen kommt es darauf an, wofür und wie häufig man sie braucht. Mit einer Wasserpumpenzange kann man auch Muttern aufdrehen. „Das Problem dabei ist nur, dass man viel leichter abrutscht als bei einem Schraubenschlüssel“, warnt Baruschke. Wer etwa sein Fahrrad reparieren will, sollte seinen Werkzeugbestand mit Schraubenschlüsseln ergänzen. Auf Kombizangen, die sowohl anpacken, als auch durchschneiden, kann man oft verzichten. „Ich würde dann eher eine Spitzzange kaufen, mit der man auch kleinere Teile greifen kann“, empfiehlt Baruschke.
Schleifen
Oft helfen Alternativen, Platz und Geld zu sparen. Statt ein Set mit tausend Feilen kann man etwa Schleifpapier kaufen. „Empfehlenswert ist ein grobes Schleifpapier mit 60er-Körnung und ein feines mit 120er-Körnung. Damit kommt man ziemlich weit“, so Baruschke.
Komplettlösungen
Wer noch kein Werkzeug zuhause hat und unsicher ist, was er braucht, kann sich das Leben einfach machen. „Einsteiger können fertig bestückte Werkzeugkästen kaufen. In der Regel sind da alle wichtigen Werkzeuge für Reparaturen drin. Oft ist ein Komplett-Set günstiger, als einzeln gekaufte Werkzeuge“, erklärt Baruschke. Aber: Käufer können nur bedingt bestimmen, welche Werkzeuge in welcher Qualität sie dann erhalten. „Zudem sind da manchmal auch Geräte in den fertigen Werkzeugkoffern, die man nur selten oder nie braucht“, sagt Baruschke.
„Viele Gegenstände können sich Heimwerker auch leihen“, sagt Pommer. Für seltener ausgeführte Arbeiten bekommt man im Baumarkt etwa Leihgeräte wie Bohrhammer und Leitungsdetektoren sowie Tapezier- oder Parkettschleifmaschinen.
