Wertheim - Aus energetischer Sicht sind Wintergärten eine Herausforderung. Im Sommer heizen sich Glasbauten schnell auf, und im Winter kühlen sie aus, sobald die Sonne verschwunden ist. Das Problem: Oft werden Wintergärten auf alte Terrassen aufgesetzt. „Manche Hausbesitzer denken, wenn sie einfach einen Glasbau darauf bauen, haben sie schon einen Wintergarten“, sagt Klaus Helmich, Sachverständiger für Wintergärten. „Dabei handelt es sich bei solchen Konstruktionen oft lediglich um einen geschlossenen Freisitz.“

Ein Wintergarten, der zum Wohnen geeignet ist, benötigt ein solides Fundament, eine Abdichtung und eine Wärmedämmung nach unten sowie Einrichtungen zur Belüftung und Beschattung. Sonst dringen Kälte und Feuchtigkeit ein, oder der Raum heizt sich im Sommer stark auf.

Beheizte Wintergärten müssen die strengen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) für Glasdächer und Fassaden von beheizten Gebäuden erfüllen. „Das ist mit einer fachgerechten Planung und der Auswahl der richtigen Technik und Materialien durchaus machbar“, erklärt Steffen Spenke, Geschäftsführer des Bundesverbands Wintergarten.

Ausschlaggebend für eine gute Energiebilanz ist das Zusammenspiel von Trägermaterial und Verglasung. Aluminium-Profile gibt es mit hochwertiger thermischer Trennung für Wohnwintergärten. „Bei der sogenannten thermischen Bremse werden Außen- und Innenschale getrennt, so dass der Wintergarten gut isoliert ist“, erklärt Spenke. Bei weniger oder nicht beheizten Wintergärten kann eine thermische Trennung mit geringeren Anforderungen eingesetzt werden.

Das Profil der tragenden Konstruktion ist zu rund 25 Prozent dafür verantwortlich, wie viel Wärme verloren geht. Etwa 75 Prozent der Wärmedämmung übernimmt das Glas. Heute sind Wärmeschutz-Verglasungen aus zwei Glasscheiben Standard. Sie haben einen U-Wert um 1,0 bis 1,1 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Mit Hilfe spezieller Beschichtungen, Füllungen mit Edelgas oder der Verwendung einer dritten Scheibe können sogar Werte zwischen 0,7 und 0,5 erzielt werden. „Dabei ist zu bedenken, dass eine höhere Wärmedämmung meistens auch mit einem geringeren Lichteinfall verbunden ist“, sagt Spenke. Das kostet im Winter wertvolle solare Wärmegewinne und Helligkeit in den dahinter liegenden Räumen, wenn nicht Spezialgläser verwendet werden. Mit qualitativ hochwertigen Gläsern kann dieser Effekt aber gemindert werden.