Bremen - Ein Baumhaus ist ein Versteck, Rückzugsort und Platz für Abenteuer. Der Bau ist aber kein Kinderspiel, sagt Susanne Woelk von der Aktion „Das Sichere Haus“. Über ein gewisses handwerkliches Geschick sollte der Bauherr schon verfügen. Und so geht es:

  Standortwahl: Der Baum muss sich in einem vitalen und sicheren Zustand befinden, erklärt Architekt und Autor Andreas Wenning („Baumhäuser – Neue Architektur in den Bäumen, DOM publishers, 58 Euro, ISBN: 978-3-86922-409-1). „Eichen, Linden oder große Apfel- oder Birnenbäume sind zu bevorzugen“, sagt Woelk. „Wenn der Stamm in einem Meter Höhe einen Umfang von etwa 80 Zentimeter hat, ist er ideal“, ergänzt Michael Pommer von der DIY-Academy. Sonst müssen Stelzen zusätzlich das Baumhaus abstützen.

  Planskizze: Pommer empfiehlt, die Bodenplatte in Rautenform um den Stamm herum zu konstruieren. Möglich ist, das Baumhaus in eine Astgabelung zu setzen. Gut ist eine Höhe von zwei Metern.

  Material: Für Grundplatte und Aufbauten eignen sich Harthölzer wie Eiche oder Buche. Für den Rahmen empfehlen sich dicke, imprägnierte Kanthölzer, die mit Querverstrebungen im Abstand von maximal 60 Zentimetern stabilisiert werden. Pommer rät zu hochwertigen Edelstahlschrauben. Steht das Grundgerüst, wird der Dielenboden verlegt und mit der Unterkonstruktion verschraubt.

  Befestigung: Der Boden wird im Geäst so fixiert, dass der Baum beweglich bleibt und weiterwachsen kann. „Die Konstruktion wird mit Edelstahlseilen oder belastbaren Spannseilen in den Baum gehängt“, erklärt Pommer. Diese werden in Stamm- oder Astgabeln angebracht, deren Äste einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern haben, ergänzt Wenning. Sind doch Schrauben im Baum notwendig, sollten es möglichst wenige sein. „Ich rate, das nur bei Nadelhölzern zu tun, die durch ihr Harz die Entstehung von Fäule im Stamm verhindern“, sagt Wenning. Alternativ empfiehlt Pommer die Absicherung der Plattform durch eine zweite kleinere Plattform darunter. Mit Pfosten von Ecke zu Ecke werden die Plattformen miteinander verbunden. Die Wände bestehen aus Brettern, Sperrholz oder Segeltuch.

  Aufstieg: Leitern brauchen einen Sprossenabstand von 25 bis 28 Zentimetern. Sind sie zu dicht, können die Kinder dazwischen stecken bleiben, sind sie zu weit, wird der Aufstieg gefährlich. Geländer sollten am besten etwa 75 Zentimeter hoch sein. „Die Latten stehen weniger als 9 Zentimeter auseinander, damit die Kleinen nicht mit dem Kopf darin stecken bleiben können.“ Eine 20 Zentimeter dicke Sandschicht, Rindenmulch oder Fallschutzmatten mildern einen Sturz ab.