Köln - Im Neubau wohnen über 25 Prozent der Deutschen in einer wandlosen Kombination aus „Kochen-Essen-Wohnen“, so die Arbeitsgemeinschaft „Die Moderne Küche“ (AMK). Und das heißt: Es gibt hier auch keine klassischen Küchen mehr, sagt Markus Majerus, Sprecher der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne. Trendforscher Frank A. Reinhardt glaubt, dass sich „die typischen Bezeichnungen Wohnzimmer oder Küche irgendwann auflösen“.
Der offene Grundriss und die daraus resultierende Verschmelzung von Wohnzimmer und Küche fördern das Zusammenleben und die Kommunikation und verlangen zugleich neue Möbel und neue Geräte, die Küchenfunktion und Wohncharakter vereinen. Auf der Möbelmesse zu sehen waren beispielsweise:
Kücheninsel: Ihr Anteil am Markt wächst langsam aber stetig. Sie findet Platz, wo zuvor Wände standen. Und die Designer suchen neue Ideen dafür, wie etwa eine ypsilonförmige Insel.
Bequemere Sitzmöbel: Ein großer Trend sind aktuell gemütliche Sitzbänke zum Esstisch.
Geräte hinter Türen: Haushaltsgeräte erinnern immer daran, dass hier die Küche und nicht das Wohnzimmer ist. So mancher Küchenhersteller löst das Problem, indem er Geräte ohne Metallgriff oder mit einklappbaren Metallgriffen konzipiert. Alternativ werden Haushaltsgeräte hinter Schranktüren verborgen.
Geräte werden hübscher: Viele Hersteller verändern ihre Geräte optisch, damit sie sich besser in den Wohnraum einfügen – zum Beispiel durch verbindende Elemente wie abgestimmte Leisten. Stehen die Geräte neben- oder übereinander, wirken sie wie eine Einheit.
Zwei Strömungen prägen laut AMK die Küchentrends: Zum einen ist da der großzügige Koch-Ess-Wohnbereich, für den die Funktionsfläche Küche im Neubau sogar wächst. Zum anderen werden für die zunehmend gefragten Stadtwohnungen kleine, voll funktionsfähige Küchen benötigt. Hier sind multifunktionale Ideen wie ausziehbare Arbeitsflächen oder Klapptische gefragt.
Bei den Fronten überwiegt Lack – sowohl Mattlack als auch Lacklaminat. Hochglanzlack ist auf dem Rückzug, Holz und Holzoptik behaupten ihre Stellung. Beliebt ist eine Kombination aus mattem Unilack und Echtholzfurnier oder aus mattem Lacklaminat und einer Holznachbildung.
Arbeitsplatten aus Keramik oder in Keramik-Anmutung sind ein Trend – ebenso wie Spülen aus Keramik. Robustheit und Langlebigkeit sind die Vorzüge. Unter einer Keramik-Arbeitsplatte lässt sich ein Induktionskochfeld unsichtbar, aber voll funktionsfähig anbringen. Mineralwerkstoffe, Steindekor und Granit sind zunehmend gefragt, weniger dagegen Edelstahl, Glas und Echtholz.
Hoch eingebaute Geräte sind Standard geworden, ebenso wie das flächenbündig eingebaute Induktionskochfeld. Zur Beleuchtung wird LED-Technik bevorzugt.
