• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Allergie: Wohnräume verträglich gestalten

15.04.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-04-15T05:04:27Z 280 158

Allergie:
Wohnräume verträglich gestalten

Bonn Für Allergiker kann die eigene Wohnung zum Feind werden. Es gibt aber Wege, Allergene fernzuhalten oder zu reduzieren.

„Vor allem im Hausstaub können sich viele Allergene ansammeln, angefangen bei Hausstaubmilben, Tierhaaren, Schimmelpilzsporen bis zu Pollen“, sagt Prof. Torsten Zuberbier von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). Der Staub sammelt sich auf dem Fußboden, in den Gardinen, Teppichen und Betten an. „Aber auch Inhaltsstoffe von Innenraumfarben können sowohl die Haut als auch die Atemwege reizen und eine Allergie auslösen.“ Symptome sind Niesanfälle, Schnupfen, Husten, Nesselfieber oder allergisches Asthma. „Als Grundregel für Allergiker gilt: So gut es geht, den Kontakt mit dem Allergen meiden“, betont Zuberbier. So geht das:

  Pollenschutzgitter an Fenstern und Türen: Sie können auf Maß geschnitten bzw. gefertigt und am Fensterrahmen befestigt werden. „Wissenschaftlichen Studien zufolge wird das Eindringen von Pollen in den dahinterliegenden Raum durch solche Gitter im Durchschnitt um 90 Prozent verringert“, erklärt Erhard Hackler von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Damit können auch Allergiker im Frühling und Sommer Fenster öffnen.

  Milbendichte Überzüge für Matratzen und Betten: ine Hausstaubmilbenallergie wird nicht durch die Milben selbst, sondern durch das Einatmen ihres (im Hausstaub mit enthaltenen) Kotes ausgelöst. In Matratzen und Polstermöbeln, wo der Körperkontakt besonders intensiv ist, aber auch in Teppichen, in denen Staub gut hängen bleibt, sammeln sich besonders viele Milben an. Optimale Lebensbedingungen für die Tiere entstehen bei einer Zimmertemperatur ab 25 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent. Dementsprechend liegt ihre Hauptvermehrungszeit hierzulande zwischen Mai und Oktober.

Milbendichte Überzüge, sogenannte Encasings, verhindern zumindest beim Bett, dass die Partikel aus Matratzen und Bettdecke in die Atemluft gelangen. Gleichzeitig werden die Milben von der Nahrungszufuhr abgeschnitten, weil sie nicht mehr an die Hautschuppen kommen.

Staubsauger mit Filter: Gerade beim Staubsaugen wird viel Staub aufgewirbelt. „Abhilfe versprechen Staubsauger mit Wasserfilter“, sagt Hackler. Die angesaugte Luft wird nicht in einen Staubbeutel, sondern in ein Wasserbad geleitet und dabei von Staubpartikeln weitgehend gereinigt und angefeuchtet. Alternativ dazu gibt es Staubsauger mit Schwebstofffiltern, genannt HEPA-Filter. Am effektivsten sind Filter der Klasse 13, die eine Filterleistung von 99,95 Prozent aufweisen. Wer neu baut oder saniert, sollte über Zentralstaubsauger nachdenken, bei denen die Abluft nach draußen geleitet wird, rät der Bauherren-Schutzbund. Ein Leitungssystem verbindet die Etagen des Hauses mit einem Sammelbehälter. Beim Saugen damit wird kein Staub aufgewirbelt.

Bei der Auswahl des Grundstücks sollten Pollenallergiker darauf achten, dass sich möglichst keine allergieauslösenden Pflanzen in der Nähe befinden. „Betroffene wissen meist, was sie besonders beeinträchtigt“, sagt Volker Neuert, Berater beim Bauherren-Schutzbund. Er rät, im Eingangsbereich einen Schleusenraum einzuplanen.

Auch Baustoffe können Allergene ausgasen. Das lässt sich durch die Auswahl natürlicher, möglichst chemisch unbehandelter Baustoffe vermeiden. „Aber Vorsicht: Auch Naturmaterialien können Allergieauslöser enthalten, wie zum Beispiel Terpene in unbehandeltem Kiefernholz oder Caseine in Naturfarben“, warnt Neuert. Für den Innenbereich sind allergikergeeignete Putze, Lehm-und Kalkputze empfehlenswert. „Bei Farben sollten nur Produkte verwendet werden, die auf ihre Allergikerfreundlichkeit geprüft wurden.“ Eine Orientierung geben Prüfzeichen etwa von natureplus, vom eco-Institut und Tüv Nord sowie Blauer Engel und das ECARF- oder das EMICODE-Siegel.

Hausstauballergiker sollten nicht nur möglichst auf Teppiche verzichten, sondern auch sonst möglichst viele Staubfänger wie Gardinen, Kissen und Poster aus ihrem Wohnumfeld entfernen.