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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Zetel

Ellens: Ein Blick in die Vergangenheit

21.11.2008

ELLENS Von Ellens ist in diesen Tagen und Wochen häufig die Rede – weil man ganz in der Nähe des Marschenortes im Norden des Zeteler Gemeindegebietes einen Autohof plant. Unerwähnt bleibt dabei meistens die orts- und kulturhistorische Vergangenheit dieser am Weg in die Zeteler Marsch liegenden Siedlung. Sie weist ihr eine besondere Stellung in der heimischen Landschaft zu.

Ellens, das 1124 Anaclingun und 1423 Alence hieß, ist im frühen Mittelalter eine Geestinsel im Rüstringer Sietland gewesen. Sie hatte eine eigene Kirche, die 1190 erstmals genannte Willehadkirche. Nach einem Brand sind Mauerreste 1590 beim Sturm umgeweht worden. Ellens und das unmittelbar benachbarte Blauhand wurden bei den großen Sturmfluten, namentlich Marcellusflut (1362) und bei der Antoniflut (1511) schwer in Mitleidenschaft gezogen. Mit einem 1593 bis 1597 bis vor Zetel gelegten Stichdeich hat man die Ellenser Wurt landfest gemacht; es ist die heute noch mit Driangelweg bezeichnete Wegstrecke von der Marsch nach Zetel-Osterende.

1597 begann die von Ellens/Blauhand ausgehende Durchdeichung des damaligen westlichen Jadebusen-Teils (Schwarzes Brack). Erst nach 18-jähriger Bauzeit konnte der Damm, der eine Verbindung Oldenburg-Jever ermöglichte, geschlossen werden.

Im Ersten Weltkrieg entstand 1915/1916 rund 250 Meter südlich von Ellens eine militärische Anlage, das „Fort Blauhand“, ein mit Infanterie besetzer „Vorposten“ der Marinestadt Wihelmshaven. Eine Kantine für die Soldaten befand sich an der Blauhander Chaussee, fast gegenüber der späteren Gastwirtschaft Hobbie. Aus dem Fort wurde im Zweiten Weltkrieg die „Flakbatterie Blauhand“, ebenfalls zum Schutz Wilhelmshavens, diesmal gegen Luftangriffe. Der Verfasser dieser Zeilen leistete hier 1942/43 Wochenenddienste als Flakhelfer.

Ältere erinnern sich noch an das Wirtschaftsgebäude an der Zufahrt zum Stützpunkt und an das Barackenlager an der Straße Ellens. Nach ersten Sprengungen, unmittelbar nach dem Kriegsende, begann 1952 der Abbruch der Flakbunker.

Die Reporterkamera richtete sich damals nicht nur auf Bunkerreste aus der vergangenen Blauhand/Ellenser Kriegszeit, sondern auch auf die letzten Störche in der Gemeinde Zetel, die in den 50er Jahren regelmäßig beim Bauernhof Suhren nisteten.

Ellens-Blauhand, das fast zwei Jahrhunderte über eine eigene Schule verfügte, auch auf eine bekannte Gaststätte mit zeitweilig angeschlossenem Lebensmittelladen verweisen konnte, blieb ein begrenztes, nur teilweise von wachsendem Verkehr berührtes Siedlungsgebiet im Norden der Gemeinde.

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