NEUENBURG - Nadine muss ihre gesamte Kraft aufwenden, um die Sehne des Bogens mit zwei Fingern bis an ihr Ohr zu spannen. Der Bogen ist größer als die Zehnjährige. Übungsleiter Marty Gerdes erklärt ihr, wie sie das Sportgerät richtig hält. Als er sein O.K. gibt, lässt Nadine los und der Pfeil schnellt in Richtung der neun Meter entfernten Zielscheibe. „Echt cool“, kommentiert Nadine ihre Premiere mit Pfeil und Bogen bei der Ferienpass-Aktion des Schützenvereins Neuenburg am Donnerstagnachmittag auf dem Gelände des Vereenshuus. Solange es den Ferienpass in der Gemeinde gibt, ist der Schützenverein Neuenburg dabei.

Sieben Stationen hat das zwölfköpfige Team um Präsident Gerhard Dittel und Jugendleiterin Anne Heidemann-Schoon aufgebaut: Schießen mit dem Lichtpunkt-Gewehr, mit dem Luftgewehr, der Armbrust, dem Bogen, Werfen mit Dart-Pfeilen, Tennisbällen in Milchkannen werden und mit Kastanien in eine Eierpalette treffen. Die Kinder sammeln Punkte auf einem Zettel und erhalten am Ende einen Preis. Zwischendurch gibt es Getränke und Kuchen. Und Gerhard Dittel grillt die Würstchen.

„Mit unserer Aktion bieten den Kindern einerseits einen abwechslungsreichen Nachmittag in den Ferien an, andererseits sehen wir das auch als Werbung für unseren Verein an“, sagt der Schützenpräsident. Nach jeder Ferienpass-Aktion kämen einige Kinder neu in den Schützenverein. Die Kunst sei, die Kinder dauerhaft für dieses Hobby zu begeistern.

Pascal hat das Schießen mit dem Lichtpunktgewehr gefallen. Nachdem der Achtjährige geschossen hat und den anderen Kindern zusieht, erklärt er seiner Mutter, wie man über Kimme und Korn das Ziel ins Visier nehmen muss.

Auch Dominik (13) und René (18) sammeln fleißig Punkte. Die beiden Brüder sind behindert und nehmen erstmals am Ferienpass teil. Möglich macht das Anke Hinrichs, die die beiden begleitet. Sie ist eine von 15 ehrenamtlichen Helferinnen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. „Ich habe den Jungs gesagt, dass der Spaß im Vordergrund steht.“ Und den haben Dominik und René. „Die Armbrust hat mit gut gefallen“, erzählt Dominik und nimmt ein Stück Kuchen, bevor es zur nächsten Station geht.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg