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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Zetel

Historischer Hof als kulturelles Erbe

26.04.2018

Neuenburg „Das ist keine Bittstellerei“, sagt Zetels Erster Gemeinderat Bernd Hoinke. Er erklärt auch, warum Besitzer historischer Gebäude mit gutem Gewissen Fördergelder für Sanierungen beantragen können: „Eigentümer solcher Hofstellen haben eine Riesenverantwortung. Die Gesellschaft meint oft, die Besitzer hätten die Aufgabe, das alles selbst zu finanzieren. Aber ich finde, es ist Aufgabe der Gesellschaft, dazu beizutragen, dass dieses kulturelle Erbe erhalten bleibt.“

Bernd Hoinke war am Mittwoch als einer der vielen Ehrengäste auf dem Hof von Elisabeth und Renke Onken zu Gast. Anlass war die offizielle Übergabe der Fördermittel. Die Familie Onken hat für die Sanierung ihres Reetdaches 10 422 Euro von der Europäischen Union bekommen, außerdem 1500 Euro von der Stiftung Kulturschatz Bauernhof und 1175 Euro von der Gemeinde Zetel. Das entspricht einer Fördersumme von 30 Prozent des Projekts Dachsanierung auf Onkens Hof. Elisabeth Onken hatte die Fördergelder beim Leader-Programm Südliches Friesland der Europäischen Union beantragt. Und das Geld wurde bewilligt. Denn bei Onkens Hof handelt es sich um ein „Highlight“ des kulturellen Erbes in der Region, wie Professor Dr. Uwe Meiners vom Vorstand der Stiftung Kulturschatz Bauernhof sagt.

Schon im Jahr 1680 ist der Hof erstmals erwähnt worden. Im Jahr 1815 wurde das Haus mit Beischeune zu einem Niedersachsenhaus umgebaut. In dem „neuen“ Haus sind auch alte Dachbalken des historischen Hauses aus dem 17. Jahrhundert verbaut worden. Im Jahr 1976 hat die Familie an dieses Haus angebaut, denn schon damals war der Onkens Hof eine Pension für Feriengäste.

Renke Onken erinnert sich: „Im Jahr 1968 hat meine Mutter angefangen, Feriengäste unterzubringen. Es war einer der ersten Höfe in der Region, die Ferien auf dem Bauernhof angeboten haben. Damals wurde man dafür noch belächelt.“ Um die ersten Feriengäste aus Bayern nach Neuenburg zu locken, hatte seine Mutter per Brief eine Anzeige im Münchener Kurier geschaltet. „Auf dem Umschlag stand nur: An die Münchener Tageszeitung mit der größten Auflage. Aber der Brief ist angekommen, und so kamen auch die ersten Gäste.“

Das bedeutete für Renke Onken und seine Schwester, dass sie das Haus verlassen mussten, damit die Zimmer vermietet werden konnten. Während seine Schwester zum Studieren ging, zog Renke Onken in einen Wohnwagen in den Garten. „Mein Mann durfte eigentlich erst durchgehend im Haus wohnen, als er mit mir verheiratet war“, sagt Elisabeth Onken und lacht. Das waren noch Zeiten. Heute hat der Hof vier moderne, große Ferienwohnungen und ist auch im Außenbereich mit Grillplatz, Spiel- und Sitzgelegenheiten und Kleintieren ganz auf Feriengäste ausgerichtet.

Bei der offiziellen Förderbescheidübergabe auf Onkens Hof am Mittwoch waren neben Mitgliedern der Lokalen Aktionsgruppe, darunter Christa Rademacher und Dirk Heise, auch Leader-Regionalmanagerin Annika Bauer und Heike Kulessa vom Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg. Auch sie bestärkte das Ehepaar Onken in ihrem Vorgehen: „Es ist toll, dass Sie die Souveränität haben, Fördergelder in Anspruch zu nehmen.“ Dirk Heise betonte, dass es das erste private Projekt ist, das vom Leader-Programm Südliches Friesland profitiert, und Uwe Meiners wies darauf hin, dass es nicht selten sei, dass kulturelles Erbe, das in Privatbesitz ist, in Notsituationen unter den Hammer komme. Weil sich gerade auf den Höfen so viel kulturelles Erbe – von der Bausubstanz bis zu den Möbeln – erhalten habe, sei es um so wichtiger, in sie zu investieren.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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