Zetel - Offen und authentisch mit einem ehemaligen schwerst Drogenabhängigen im Gespräch – diese Möglichkeit haben am Mittwochabend etwa 30 Jugendliche im Jugendzentrum Steps in Zetel genutzt. Falko Kaselowsky sprach mit ihnen über seine ehemalige Sucht. Zu diesem Termin in der Präventionswoche hatte der Präventionsrat Zetel eingeladen.

Das Treffen begann mit einem Puppenspiel. Kaselowsky selbst zeigte als Puppenspieler in einem etwa halbstündigem Stück seine Lebensgeschichte auf und bestach dabei durch seine Authentizität und offene Erzählweise. Die Puppe Seppel traf dabei nicht etwa auf Kasper, sondern auf den Penner Falko, der seine Lebensgeschichte erzählt und dafür Hohn und Spott von Seppel erntet.

Im Anschluss an das Stück kam es zur Gesprächsrunde mit den Jugendlichen, in der auch sehr direkte Fragen an Kaselowsky gestellt wurden. Dabei ging es beispielsweise um unterschiedliche Arten von Drogen und um die Folgen der Drogeneinnahme, sowohl gesundheitlich als auch gesellschaftlich. Falko Kaselowsky stand den Jugendlichen Rede und Antwort.

„Es war sehr anschaulich, die jugendlichen stellten viele Fragen. Es war rege Beteiligung“, erklärte die Leiterin des Jugendzentrums, Swenja Potze. Die Jugendlichen fanden es „sehr spannend“.

Die Drogenkarriere von Kaselowsky aus Oldenbrok, Wesermarsch, begann im Alter von 15 Jahren, als er oft und intensiv dem Alkoholgenuss frönte. Mit dem Kokain- und Heroinkonsum begann der passionierte Boxer und ehemalige Autobauer im Alter von 25 Jahren. Nachdem er arbeitslos wurde, fing er an zu dealen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Er hatte zwei Gesichter, erklärte Kaselowsky den Zuhörern: Er war auf der einen Seite Sportler und auf der anderen Seite Drogenabhängiger und Dealer. Irgendwann endeten seine Drogengeschäfte im Gefängnis, und obwohl er danach eine Familie gründete und solide werden wollte, holte ihn die Welt der Drogen wieder gnadenlos ein. Er konsumierte erneut und fing an zu stehlen. Dabei ruinierte er seine Gesundheit, wog nur noch 40 Kilogramm, hatte Hepatitis, eine Fettleber und eine Raucherlunge. Schließlich ging Kaselowsky freiwillig in die Psychiatrie, begann eine Entziehungskur und wurde „clean“ – drogenfrei. Dass er heute erhebliche Probleme durch seine frühere Drogenkarriere hat, verschwieg er den Jugendlichen nicht. Sein t eindringlicher Rat lautet: „Ihr seid jung, ihr zieht die Fäden, zieht die richtigen Fäden!“