Zetel - Die Auflösung der Bezirksregierung Oldenburg habe der Nordwesten noch nicht verkraftet. Beim Land werde zu viel in Projekten gedacht und zu wenig in regionalen Entwicklungskonzepten. Deshalb brauche jede Region in Niedersachsen einen Landesbeauftragten. Diese Ansicht vertrat der SPD-Landtagsabgeordnete Olaf Lies (Sande) am Freitagabend beim „Gespräch im neuen Jahr“ des SPD-Ortsvereins Zetel, das Bernd Pauluschke moderierte. Neben Lies diskutierten Holger Ansmann (Landtagskandidat aus Wilhelmshaven), die Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer und Landrat Sven Ambrosy.

Lies machte seine Forderung nach ministeriumsübergreifenden Konzepten am Beispiel Jade-Weser-Port und Bahninfrastruktur fest. Während der Betrieb im Hafen angelaufen sei, müsse noch jahrelang auf die Elektrifizierung der Bahnstrecke gewartet werden.

Ambrosy sprach von „einer Entfremdung der Kommunen vom Land, nachdem die Bezirksregierungen 2004 weggefallen seien. Viele Aufgaben seien nach Hannover gezogen worden. Der Landrat möchte als Partner wahrgenommen werden. Stattdessen gebe es zu viel Bürokratie und es fehle eine ordnende Hand.

Weitere Themen der Diskussionsrunde waren Bildung und Arbeitsmarkt. Lies plädierte für Mindestlöhne in der Fleischwirtschaft und Tarifverträge in der Pflegebranche. Leiharbeit dürfe nur eine kurzzeitige Ausnahme sein.