Zetel - Es gab am Sonntag große Unterschiede bei der Beteiligung an der Wahl zum Jugendparlament. So kamen ins Wahllokal 112 (Gaststätte Schwalbennest) 67,21 Prozent der stimmberechtigten elf bis 20-jährigen Kinder und Jugendlichen, während im Wahllokal 113 (Gaststätte Haus am See) nur 14,94 Prozent ihre Stimme abgaben. Mit der durchschnittlichen Wahlbeteiligung von 23,90 Prozent zeigte sich Bürgermeister Heiner Lauxtermann durchaus zufrieden: „Schließlich fand das zum ersten Mal statt“, sagte er. Und Matthias Kraul, Verantwortlicher im Rathaus für die Jugendwahl, ist sich sicher, dass sich die Beteiligung zukünftig erhöhen wird, „wenn die jungen Parlamentarier sehen, das sie ernst genommen werden“.

Von 30 Bewerbern werden die elf mit den meisten Stimmen ins Jugendparlament berufen. Wahlgewinner ist Nils Praßel. Im Jugendzentrum „Steps“ fand eine Wahlparty mit den DJ’s Thorsten Spille und Jens Hinrichs statt. Im Internet wurden die Ergebnisse aus dem Rathaus verfolgt. Beim Einlaufen der Werte gab es immer wieder Applaus von den Anwesenden Kindern, Jugendlichen und Eltern. Es wurde dann aber immer überschaubarer im „Steps“. Leiterin Swenja Potze kann sich das „sehr gut erklären, denn nach den erste Hochrechnungen, sind die, die rausgefallen sind, gegangen und haben natürlich auch ihre Freunde mitgenommen“. Dass Nils Praßel Wahlgewinner wurde, ist für die Leiterin nicht erstaunlich: „Er ist einer, der Leute mit ins Boot holen kann, Hut ab!“

Die Jugendlichen werden aus ihrer Mitte in einer konstituierenden Versammlung einen Vorsitzenden wählen. Dieser wird als beratendes Mitglied im Sozialausschuss vertreten sein.

Ziel der Einrichtung eines Jugendparlaments ist es, Anregungen zur Verbesserung der Situation der Kinder- und Jugendlichen in der Gemeinde zu erarbeiten sowie Projekte vorzuschlagen, damit Zetel sich zu einer kinder- und jugendfreundlicheren Gemeinde entwickelt. „Wenn wir die Jugend in Projekte mit einbeziehen, wird es auch laufen“, sagt Swenja Potze.

Das Jugendparlament soll auch an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. „Ein Beschluss aus dem Jugendparlament ist als Antrag zu werten“, hatte Bürgermeister Heiner Lauxtermann bereits vor Monaten gesagt. „Alles, was im Jugendparlament auf den Weg gebracht wird, soll anschließend im Rat beraten werden.“ Nils Praßel interessiert nun besonders, „wie das im Rat so ist und was man so durchsetzen kann“.