Neuenburg - „Die Eiche war das Symbol des Waldes“, sagt Revierförster Martin Susse. Er steht neben der riesigen Dreheiche, dem Wahrzeichen des Neuenburger Urwalds (Landkreis Friesland), das am Boden liegt. Der Baum ist in der Nacht zu Freitag umgestürzt. „Das ist ein historisches Ereignis“, findet auch Bernd Hoinke von der Gemeinde Zetel. Beide haben sich am Freitagmorgen im Urwald getroffen, um zu begutachten, was da passiert ist.
Die Eiche war eine der ältesten im Urwald. Rolf Rochau vom Verein Freunde des Neuenburger Holzes erklärt: „In den alten Forstwerken von 1894 sind erstmals alle über 700 Jahre alte Bäume erfasst. Die Eiche bei der Jagdhütte ist dabei aufgeführt. Sie wäre also heute über 800 Jahre alt.“ Das bestätigt auch Berndt Kriebitzsch, ehemaliger Forstamtsleiter in Neuenburg. Umgestürzt ist die Eiche aus Gründen der Statik.
Der Baum hatte nur noch wenig Wurzelwerk, lebte nur noch zum Teil und ist vom Braunpilz befallen. Die Sturmböen in der Nacht zu Freitag haben den Ausschlag gegeben und den Urwaldriesen zum Kippen gebracht. Er ist direkt neben dem Wanderweg gelandet.
Es spricht nichts dagegen, dass die Eiche weiterhin das Wahrzeichen des Urwaldes bleibt. „Sie befindet sich mitten im Urwald und bleibt ihrer natürlichen Entwicklung, dem Zerfall zu Humuserde, überlassen. Das kann bei dem dauerhaften Eichenholz und dem Durchmesser ohne weiteres mehrere Jahrzehnte dauern“, sagt Rainer Städing, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Dass der Baum als Brennholz endet, ist damit ausgeschlossen.
Zudem wächst im Kronenbereich eine bedrohte Art, der Rippenfarn. Er ist sehr selten in dieser Region und daher ebenfalls schützenswert.
