Zetel - Zur Aufgabe des Gemeindevorstehers gehörte es, den Zeteler Markt mit ordnender Hand Gestalt und Atmosphäre zu verleihen. Doch seine Marktordnung hat Jakob Borchers mindestens einmal vergessen, was eine fast anekdotische Geschichte in einer Sonderausgabe des Gemeinnützigen zum Zeteler Markt zeigt. Damals kam seine Frau mit einem kleinen Jungen zu ihm in sein Vorsteher-Zimmer in seinem Haus an der heutigen Jakob-Borchers-Straße 7. Der Junge schrie lauthals, weil er seine Mark verloren hatte, mit der er sich auf dem Zeteler Markt Süßigkeiten kaufen wollte.
Um den Jungen zu beruhigen, sollte seine Frau ihn in die gute Stube bringen, wo eine Standuhr war. So habe man schon immer „Blarrkinner“ still bekommen. Doch dieses Mal funktionierte das nicht. Der zweite Vorschlag von Borchers war es, dem Jungen etwas zu essen zu geben. Doch das Kind schrie in dem Moment, dass sein Vater ihm verboten habe, bei dem Gemeindevorsteher zu essen.
„Aha, politische Gegenschafft sitt dor achten“, brummelte Borchers darauf und versuchte, das Problem mit Taktik zu lösen. So fragte er den Jungen, ob sein Vater ihm verboten hat, bei ihm etwas zu trinken. „Ja, dor har Vadder jo nix van seggt“, erwiderte das Kind.
Dann ging Jakob Borchers in die Küche seines Hauses, schüttete die Suppe vom Teller in einen Becher und gab sie dem Jungen. Nachdem er sie getrunken hatte, war das Kind ruhig.
