ZETEL - Lina und Neele zögern nicht eine Sekunde bei der Antwort auf die Frage, an welchem Tag sie den Zeteler Markt besuchen werden. „Jeden Tag“, meinten die zehnjährigen Mädchen unisono. Gemeinsam mit ihren Mitschülern der Klasse 5R der Haupt- und Realschule durften sie am Freitag hinter die Kulissen des Zeteler Marktes schauen. Eigentlich hätten in dieser Zeit Deutsch und Englisch auf dem Stundenplan gestanden. „Das ist eine gute Gelegenheit für Kinder, den Markt mal von einer anderen Seite kennenzulernen“, sagte ihre Lehrerin Julia Heike.
Eltern vorher gefragt
Die Schule hätte vorher die Eltern gefragt, ob sie mit dem Abstecher einverstanden seien. „Es gab ein klares Ja. Schließlich bedeutet der Markt den Zetelern einiges“, meinte Heike. Ihre Schüler waren übrigens nicht die einzigen Besucher. Auch Kindergartenkinder und Grundschüler schauten sich auf dem Zeteler Markt um, bevor an diesem Sonnabend der große Andrang beginnt.
Auf ihrem Gang durch die Gassen hatten die Realschüler fachmännischen Beistand; denn Marktmeister Olaf Oetken begleitete die Gruppe. Er zeigte ihnen in seinem Büro auch einen Lageplan des Zeteler Marktes.
Die Fünftklässler konnten ebenso Einblick in das Privatleben einer Schaustellerfamilie nehmen. Karl-Heinz Hempen (50) gewährte den Schülern Einlass in seinen Wohnwagen, in dem er mit seiner Frau Annette von März bis Oktober lebt, wenn sie von Markt zu Markt reisen. Seine Frau war gerade dabei, Mittagessen zu kochen. Am Freitag gab es Fisch. Draußen auf der Leine trocknete die frisch gewaschene Wäsche. „Der Wohnwagen ist gemütlich eingerichtet“, sagte Lea (10). Hempens Heim ist gut zehn mal vier Meter groß.
Schon mal Platz nehmen durften die Realschüler in den Autoskootern von Ralf Böker. Der 42-Jährige erläuterte ihnen detailliert, wie die Wagen funktionieren und wie sie transportiert werden; immerhin wiegt ein Fahrzeug rund 200 Kilogramm. Im Sattelschlepper des Unternehmens befindet sich ein Fahrstuhl.
Unter das Karussell
Zeit für die Schüler nahm sich auch Andi Langenscheidt vom Hochgeschwindigkeits-Fahrgeschäft „Take Off“. Die Kinder durften unter das Karussell gehen. „Das Gerät ist voll mit Hightech“, so Langenscheidt. Er erläuterte, welches Gerät wofür zuständig ist. Am Schaltpult verfügt er auch über einen Notschalter, wenn mal Störungen auftreten sollten. Der Schausteller lud die Schüler zu einer weiteren Führung an diesem Sonnabend ein. Dann will er ihnen erklären, wie die Elektronik des Karussells funktioniert.
Zum Abschluss ihres Rundgangs warfen die Schüler noch einen Blick in den Hankenhof. Dort findet übrigens am Sonntag ab 15 Uhr die Teenie-Disco mit Live-Musik statt, also genau das richtige Programm für die zehn- und elfjährigen Jungen und Mädchen.
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