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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Zetel

Sie helfen bei Zoff am Gartenzaun

25.07.2017

Zetel Meistens sind es Bäume und Büsche. Diese verflixten Pflanzen wachsen einfach immer weiter – und des einen Freud ist des anderen Leid. Äste, die über den Gartenzaun ragen, Büsche, die sich immer weiter ausbreiten und dabei nicht an die Grundstücksgrenzen halten, und Laub, das hinfällt, wo es es will: Das sind die häufigsten Anlässe für Nachbarschaftsstreit. Aber nicht die einzigen. Da gibt es noch Verleumdung und Beleidigung bis hin zur leichten Körperverletzung. Wenn Nachbarn oder Bekannte in Zetel sich wegen solcher Dinge streiten, kommen die Schiedsleute der Gemeinde ins Spiel und versuchen, den Streit zu schlichten.

Rüdiger Dierks und Ingrid Salamero y Mur sind die Schiedsleute der Gemeinde. Manchmal kommen die Leute direkt auf sie zu, manchmal verweisen die Gemeinde oder die Polizei solche Fälle an die beiden – das Schiedsgericht ist in solchen Fällen von Streitigkeiten immer gefragt, bevor sich ein Gericht damit beschäftigt. Erst, wenn es vor dem Schiedsgericht nicht zu einer Einigung kommt, können die Leute Klage einreichen.

Und das geht so: Die Schiedsleute besuchen erst zusammen den Antragssteller, also den, der ein Problem mit seinem Nachbarn oder einer anderen Person hat. Danach besuchen Rüdiger Dierks und Ingrid Salamero y Mur die Gegenpartei. Dieses System hat Rüdiger Dierks einst eingeführt – denn üblich ist es nicht überall, dass auch die Gegenpartei eine Gelegenheit hat, ihre Sicht der Dinge in Ruhe zu schildern. Auch die Tatsache, dass der Schiedsmann und seine Stellvertreterin zusammen zu den Leuten hinfahren, ist nicht überall üblich. „Aber gerade in ländlichen Regionen wird von diesem Konzept immer mehr Gebrauch gemacht“, sagt Rüdiger Dierks. Seit 2009 ist er von der Gemeinde ernannter Schiedsmann. „Vier Augen sehen mehr, und zusammen hat man einfach mehr Ideen, wie man einen Streit lösen könnte. Und wir ziehen immer an einem Strang“, sagt Dierks.

Gerade das Gespräch mit der Gegenpartei relativiere manchmal vieles. „Erst, wenn man sich ein Bild von der ganzen Situation gemacht hat, kann man über eine Lösung nachdenken“, sagt Rüdiger Dierks.

Im vergangenen Jahr hatten die Schiedsleute weniger als zehn Fälle, im Jahr davor mehr als zehn. Rund 30 Fälle im Jahr kommen hinzu, das sind die sogenannten Tür- und Angelfälle. „Die heißen wirklich so. Da kommen Menschen zu uns, die sich erstmal nur beraten lassen wollen.“

Die eigentlichen Verhandlungen sind dann an einem neutralen Ort, im Besprechungszimmer des Ordnungsamtes. „Es ist ganz wichtig, dass dabei alle sachlich bleiben“, sagt Ingrid Salamero. Sie ist auch ausgebildete Mediatorin. Das klappt aber nicht bei allen Leuten. „Es ist schon vorgekommen, dass ich mit der Faust auf den Tisch hauen musste“, sagt Rüdiger Dierks. Klar, die Fronten sind oft verhärtet. Und die Schiedsleute wissen auch: „Die Aufarbeitung der Dinge, die passiert sind, hilft meist nicht weiter. Das führt zu nichts, da werden die Menschen nur emotional. Unser Ziel ist es, eine Lösung für die Zukunft zu finden, mit der beide Parteien leben können.“ Denn nicht immer ist eine der Parteien klar im Recht – zu einem Streit gehören schließlich immer zwei.

Manchmal aber ist die Lösung eine klare Sache: Den Busch des Nachbarn, der auf das eigene Grundstück wächst, darf man erst schneiden, wenn man den Nachbarn vorher gefragt hat – entweder, wenn er einwilligt, oder, wenn er zwei Wochen lang nicht auf die Bitte reagiert. Und das Herbstlaub muss nicht derjenige wegharken, dem der Baum gehört. Im Gegenteil. Rüdiger Dierks sagt: „Laub gehört niemandem. Es ist herrenlos. Das heißt, es muss der wegmachen, der sich auf seinem Grundstück daran stört.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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