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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Zetel

Mit Argumenten gegen Parolen

05.11.2018

Zetel Auf Einladung des Jugendparlaments Zetel fand am Samstag im Jugendzentrum „Steps“ ein Argumentationstraining zum Thema Ausländerfeindlichkeit statt. Die teilnehmenden Jugendlichen beschäftigten sich damit, wie man rassistischen Aussagen gut und fundiert widersprechen kann. Nadine Schulze, Lea Mutzke und Anna Weigelt vom Jugendparlament hatten auch in Zetel schon gehört, wie gesagt wurde: „Geh’ bloß nicht ins Freibad, da wirst du angegrabscht“ oder „Die Flüchtlinge kriegen ja alles“.

Solche Sprüche würden oft aus Unwissenheit von den Leuten übernommen, die solchen Aussagen ungeprüft zustimmen, erklärte Jan Krieger von der interkulturellen Arbeitsstelle IBIS aus Oldenburg. Er war als Fachmann für das Argumentationstraining ins Jugendzentrum gekommen. Hier gelte es, auch bei kleinsten Sachen ganz genau zuzuhören, um die Aussage richtig einschätzen zu können. Derartige Stammtischparolen würden schließlich nicht nur mündlich verbreitet, sondern finden sich auch häufig im Internet.

Aus eigenen Erfahrungen berichtete ein Mädchen aus Syrien von Problemen in der Schule: „Da sagten Leute: ,Du bist hier falsch‘“, erzählte sie. „Dabei will ich doch bloß vom Krieg weg und mich hier wohlfühlen.“ Ein weiteres Mädchen fühlt sich wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert: „Ihr nehmt ja Drogen und seid kriminell“, habe man ihr schon vorgeworfen. Außerdem fragen gerade ältere Menschen: „Kannst du deutsch sprechen?“. „Die Leute wollen es nicht wahr haben, das man sich hier integrieren kann“, sagt sie.

Jan Krieger versuchte, das Zusammengetragene zu analysieren und meinte: „Die Zivilgesellschaft muss sich kritisch damit auseinandersetzen und das Umfeld muss gestärkt werden.“ In Rollenspielen wurde geübt, Fakten einzufordern, sein Gegenüber einzuschätzen und auf den rechtlich geregelten Schutz von Flüchtlingen hinzuweisen. Vorurteilen sollte man souverän mit Fakten begegnen. Es brauche Mut zur Zivilcourage, um eine klare Position zu beziehen.

Als alarmierendes Signal nannte der Referent die antisemitischen Beleidigungen gegen zeltende Sinti in Zetel vor etwa drei Monaten. Krieger vermisste eine klare Positionierung auf allen Ebenen.

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