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Bestattungswesen: Wichtige Arbeit für Familie und Angehörige

19.12.2019

Frage: Warum sind Sie Bestatter geworden?

Johannes Schäfer: Ich bin eher zufällig zu dem Beruf gekommen. Meine Oma ist gestorben, und ich suchte einen Ausbildungsplatz. Dann habe ich mich beim Bestattungsinstitut beworben und wurde sofort genommen. Die Arbeit hat mir von Anfang an viel Spaß gemacht, und ich bin hier geblieben.

Frage: Wie lange arbeiten sie schon als Bestatter?

Schäfer: Seit ungefähr 10 Jahren.

Frage: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Schäfer: Ich habe keine genauen Vorstellungen davon, was nach dem Tod passiert. Ich respektiere aber alle Glaubensrichtungen.

Frage: Fanden Sie es schon einmal unangenehm, einen Toten anzufassen?

Schäfer: Vor allem wenn ein Mensch schon länger tot in seiner Wohnung gelegen hat und die Leiche erst viele Tage oder Wochen später gefunden wird, ist es manchmal schon etwas unangenehm. Aber wir tragen ja beim Waschen und beim Umziehen Handschuhe. Ich mache es trotzdem, weil es wichtig für Familie und Angehörige ist.

Frage: Was ist für Sie die schlimmste Todesursache?

Schäfer: Wenn ein Mensch Monate lang tot in der Wohnung liegt und sich kein Angehöriger um diese Person sorgt.

Frage: Finden Sie, dass das Alter eines Toten einen Unterschied macht?

Schäfer: Jüngere Erwachsene und Kinder machen mich traurig, weil ich weiß, dass sie noch ein ganzes Leben vor sich gehabt hätten. Ich persönlich beerdige keine Kinder mehr, da ich jetzt selbst Vater bin. Das übernimmt ein Kollege für mich, der noch keine eigenen Kinder hat.

Frage: Haben Sie schon einmal einen Prominenten bestattet?

Schäfer: Wir haben den Gewinner von DSDS, Alfonso Williams, bestattet. Es war uns eine große Ehre.

Frage: Würden Sie eigene Familienangehörige oder enge Freunde bestatten?

Schäfer: Ich habe schon drei engere Freunde beerdigt, es war jedes Mal ein zufälliger Tod. Ich habe das gemacht, weil ich dann denke, niemand sonst hätte das so gut gemacht wie ich. Es war mir ein Bedürfnis.

Frage: War schon einmal eine Familie unzufrieden mit ihrer Arbeit?

Schäfer: Nein, es wird im Voraus alles genau besprochen und gefragt, ob alles den Vorstellungen der Hinterbliebenen entspricht.

Frage: Macht ihr Beruf als Bestatter Sie manchmal traurig?

Schäfer: Bei Jüngeren geht es einem schon sehr nahe. Auch wenn man mitbekommt, wie die Familie um die Person trauert, macht es auch uns Bestatter betroffen. Man wächst mit der Familie des Verstorbenen zusammen, und es geht einem zu Herzen.

Frage: Wie schwer ist ein Sarg ungefähr?

Schäfer: Es kommt auf das Holz an. Ein Sarg wiegt in der Regel zwischen 200-300 Kilo mit der Person im Sarg.

Frage: Gibt es gesetzliche Regelungen, an die Sie sich bei der Beerdigung halten müssen?

Schäfer: Tote dürfen bis zu 36 Stunden nach ihrem Tod zu Hause bleiben, bevor sie vom Bestatter abgeholt werden. Verstorbene dürfen über neun Tage über der Erde bleiben, bei Überschreitungen muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden, und eine Chemikalie wird in den Körper des Toten gespritzt.

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