Jürgen Krogmann, Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg
Oldenburg ist nicht nur eine lebenswerte und vielfältige Stadt für Jung und Alt. Wir sind auch eine Stadt, in der sich vieles dynamisch entwickelt. Damit möglichst viele Menschen über diese Entwicklungen im Bilde sind, ist es wichtig zu wissen, wie man sich gut und verlässlich informieren kann. Lokale Medien wie Zeitung und Radio spielen dabei noch immer eine wichtige Rolle. Gerade in Zeiten von immer mehr Fake News, ist es gut, wenn man seriöse von nicht seriösen Quellen unterscheiden kann.
Falschmeldungen sind nicht nur ärgerlich, sie können zu fatalen Fehleinschätzungen, Meinungen und Handlungen führen. Das zu lernen ist gerade für junge Menschen besonders wichtig, da sie meist soziale Netzwerke als Informationsquelle nutzen. Deshalb halte ich es für gesellschaftlich sehr bedeutungsvoll, dass wir Medienkompetenz in den Schulen vermitteln. Dazu gehört auch, ein gutes Urteilsvermögen als Basis der eigenen Meinungsbildung zu entwickeln.
Genau dieses Ziel verfolgt das Projekt „Zeitung in der Schule“ des Instituts zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren – IZOP.
Ich bin sehr froh, dass wir in Oldenburg dank der NWZ und der LzO von diesem bundesweiten Bildungsangebot seit langem regelmäßig profitieren können. Dieses Projekt animiert Schülerinnen und Schülern nicht nur zum Zeitungslesen – nein, es gewährt einen lehrreichen Einblick in die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten. Und die Jugendlichen erleben selbst, was es bedeutet, einen Text für die Zeitung zu schreiben. Recherchieren, Interviews vorbereiten, Quellen überprüfen, aussagekräftige Fotos machen und am Ende einen interessanten Text verfassen. All das ist keine leichte Sache und will gelernt sein. Umso aufregender ist es, wenn der Artikel oder die Reportage sogar in der Zeitung erscheint. Dazu gratuliere ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die dieses jetzt erlebt haben. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich selbst als Interviewpartner zu diesen ersten journalistischen Erfahrungen beitragen konnte.
Ich danke allen beteiligten Projektpartnern: dem IZOP, der NWZ und der LzO, die sich für dieses zusätzliche, wertvolle Bildungsangebot in den Oldenburger Schulen engagieren. Genauso danke ich allen beteiligten Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler, die sich im vergangenen Herbst und Winter engagiert den neuen Herausforderungen gestellt haben.
Ich hoffe, dass möglichst viele der Jugendlichen seitdem Journalismus als eine Profession verstehen und in Zukunft wahre von falschen Meldungen besser unterscheiden können. Und wer weiß, vielleicht ist bei manchem ein entsprechender Berufswunsch entstanden – gute Journalistinnen und Journalisten braucht es, gerade in der lokalen Berichterstattung.
xxxxxxxx,
Vorstandsvorsitzender der
Landessparkasse zu Oldenburg
Dr. Winfried Spiegel,
Geschäftsführer des
IZOP-Instituts, Aachen
Über 1000 Schülerinnen und Schüler aus rund fünfzig Klassen haben bei der jüngsten Staffel von „Zeitung in der Schule“ im Oldenburger Land mitgemacht. Das Projekt bot ihnen eine Menge an ungewöhnlichen Chancen und Möglichkeiten: Mit der Zeitung im Unterricht lernen, selber für die Zeitung recherchieren, fotografieren und schreiben, kurzum: die Zeitung aus allen Blickwinkeln kennen lernen.
Ermöglicht wurde ihnen all dies durch die Kooperation von Menschen, die es wichtig finden, dass junge Leute in Zeiten von „Fake News“ und „Social Bots“ die Gelegenheit erhalten, ein vertrauenswürdiges, der Wahrhaftigkeit verpflichtetes, verlässliches Informationsmedium für sich persönlich nutzen zu lernen: die Tageszeitung. Diese Bildungskoalition besteht aus Journalisten der Nordwest-Zeitung, Finanzexperten der Landessparkasse zu Oldenburg und engagierten Lehrkräften aus Schulen der Region. Ihr großartiges, freiwilliges und deshalb auch nicht selbstverständliches Engagement verdient Respekt und Anerkennung.
Die journalistischen Ergebnisse des „Zisch“-Projekts werden in dieser Sonderbeilage dokumentiert. Es macht nicht nur Spaß, die Texte der Schülerinnen und Schüler zu lesen, man lernt auch als Erwachsender noch manch Wissenswertes und Interessantes dazu. Wie man soziale Netzwerke ohne Stress nutzen kann, wie Polizeihunde trainiert werden oder was eine Stadtbücherei so alles zu bieten hat – über dies und vieles mehr informieren Schülerinnen und Schüler in ihren lesenswerten Zeitungsbeiträgen.
Eine andere Form der Auseinandersetzung mit der Zeitung im Rahmen des Projekts „Zisch“ bieten die so genannten Langzeitaufträge. Dabei widmen sich Schülerinnen und Schülern einem selbst gewählten Thema, das sie über eine längere Zeit in der NWZ verfolgen. Sie sammeln die erschienenen Artikel und Fotos zu ihrem Thema und werten diese dann aus. Uns als die betreuenden „Zisch“-Pädagogen beeindruckt es immer wieder, welchen Eifer und welche Mühe Schülerinnen und Schüler bereit sind, in ihre Langzeitarbeit zu investieren – und zu welch schönen Ergebnissen sie dabei kommen.
Im Unterricht erwies sich die Nordest-Zeitung – obwohl ja gar nicht für die Schule gemacht – als besonders spannendes und lehrreiches Medium. Die thematische Vielfalt und Breite einer Tageszeitung bietet jeden Tag aktuell eine Fülle von attraktivem Lesestoff für praktisch jedes Schulfach.
Das Fazit: Die Tageszeitung ist nicht bloß ein unverzichtbares Informationsmedium, man kann in der Schule auch auf besonders vielfältige und abwechslungsreiche Weise mit ihr lehren und lernen.
