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NWZonline.de Zisch

Schatzsuche zwischen Müllbergen

11.04.2018

Mansie /Edewecht Anstrengend ist der Weg bei Regen und Wind auf den höchsten Berg im Ammerland. Der besteht jedoch nicht aus Felsen und Gestein, sondern aus Müll. Denn die Klasse 11bG der Astrid-Lindgren-Schule Edewecht besucht die Müllhalde Mansie in der Gemeinde Westerstede. Ariane Weltzien vom Landkreis Ammerland begleitet die Schülerinnen und Schüler und stellt sich ihren Fragen.

Unter den Füßen der Schüler befindet sich Müll. Oben erläutert ein Schild, wie viele Meter über normal Null sich alle befinden. Von dort lässt sich ganz Westerstede überblicken.

Auch die Müllhalde Mansie zwei, die nur aus totem Material besteht, ist gut zu sehen. Ein Müllfahrzeug fährt vor. Die Schüler wollen dies genauer miterleben. Unten angekommen erklärt Weltzien: „Sobald man sagt, ich will es nicht mehr haben, ist etwas Abfall. Dann gehört es dem Landkreis.“

Vom Teddy bis zum Stuhl

Die Schüler sind fasziniert von den Dingen, die weggeworfen werden. Ein alter Teddy, ein Mikrofon, sogar noch heiles Geschirr, ein guter Koffer und ein Schulstuhl aus Holz werden von den Schülern entdeckt. Etwas mitnehmen dürfen sie aber nicht.

Der Elektroschrott wird, sobald er in Mansie abgegeben wurde, komplett in seine Einzelteile zerlegt. Schließlich könnten sich noch wertvolle Materialen wie Kupfer darin befinden. CDs werden ebenfalls gesammelt. Der Kunststoff der Tonträger kann zum Beispiel für medizinische Instrumente aufbereitet werden. Da sich Kork eins zu eins wiederverwerten lässt, werden auch Korken in einer Tonne gesammelt.

In der großen Halle stinkt es fürchterlich. Die Schüler und Schülerinnen wollen den Raum erst gar nicht betreten. Die großen Fahrzeuge mit den riesen Krallen sind aber Anreiz, um hineinzugehen. Ein Mitarbeiter befördert Restmüllberge in einen großen Trichter. Dort wird der Müll geschreddert und durch ein Förderband über ein Sieb geleitet. So sortiert sich der grobe Müll vom feinen Müll. Der feine Müll wird direkt auf dem Berg Mansie zwei kompostiert, der Grobe nach Wiesmoor gefahren und dort verbrannt. Durch die entstehende Wärme werden die Gewächshäuser vor Ort beheizt.

Zum Ende der Führung finden sich alle in einem Schulungsraum ein. Dort dürfen die Schüler ihre zahlreichen Fragen loswerden. Und so erfahren sie, dass kuriose Dinge auch manchmal auf der Müllhalde passieren. Einmal kam ein Fahrzeug zur Entladung an und es guckten Würstchen hinten aus dem Fahrzeug. Auf der alten Halde wuchsen schon Apfelbäume, Sonnenblumen, Kürbisse und Mohn, da diese im Müll waren. Jan-Ole fällt auf: „Da war vorhin sogar eine Mülltonne im Müll“. Weltzien erklärt den Schülern, dass täglich Mülltonnen im Müll landen. Bekommen sehr volle Tonnen Übergewicht bei der Abholung durch die Müllabfuhr, fallen diese mit ins Fahrzeug hinein. Die Bürger rufen dann beim Landkreis an und benötigen neue Tonnen.

Alle auf die Waage

Zum Schluss dürfen sich Schüler, Schülerinnen und Lehrer auf die große Waage im Eingangsbereich der Deponie stellen. Sie sollen schätzen, wie viel alle zusammen wiegen. Sieben Schülerinnen und Schüler sowie drei Begleitpersonen ergeben ein Gewicht von 820 Kilogramm.

Aufgeregt im Klassenraum angekommen, kommentiert Marina den Besuch: „Jetzt habe ich meinen Papa bei der Arbeit gesehen.“ Lea hat es gefallen, „weil die Arbeiter so viel Spaß hatten und witzig waren.“

Noch Tage nach dem Besuch auf der Müllhalde sind die Schüler erstaunt über die guten Dinge, die weggeschmissen werden. „Wir müssen wirklich weniger Müll produzieren. Man sollte fragen, ob andere die Sachen noch gebrauchen können“, resümiert Jannik.

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