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Prominenz: Kein König und auch kein Seemann

03.04.2020

Oldenburg „Ich bin nicht der König, der morgens reinkommt und alle Entscheidungen trifft“, sagt Jürgen Krogmann. Nein, ein König ist er nicht, sondern seit 2014 der Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg. Und wir, die Klasse 8c der Oberschule Alexanderstraße, treffen ihn im Alten Rathaus in Oldenburg.

Durch die große, schwere Holztür betreten wir das steinerne Treppenhaus des Rathauses. Das erste, was uns ins Auge fällt, ist eine große, alte Standuhr. Wir gehen durch das schön verzierte Treppenhaus in den zweiten Stock. Der Pressesprecher des Oberbürgermeisters führt uns in einen Konferenzraum. Durch die Fenster ist die Kirche und der beleuchtete Weihnachtsmarkt zu sehen. Die Tische sind mit Getränken gedeckt.

Freundlicher Eindruck

Der Oberbürgermeister betritt den Raum. Er macht einen entspannten und freundlichen Eindruck, und so fällt es uns leicht, ihn zu seiner Vergangenheit und seinen Plänen zu befragen.

Jürgen Krogmann ist am 14. November 1963 in Steinfeld (Landkreis Vechta) geboren und auf dem Land aufgewachsen. Dass er einmal Oberbürgermeister sein würde, wusste er in Kindertagen noch nicht. „Ich habe davon geträumt, Seemann zu werden“, erzählt er.

1984 machte er am Gymnasium in Damme sein Abitur, obwohl er kein guter Schüler war und oft zu spät gekommen ist, wie er augenzwinkernd verrät. Die naturwissenschaftlichen Fächer wie Mathematik oder Chemie gefielen ihm in seiner Schulzeit nicht besonders. Daher studierte er Germanistik und Geschichte, engagierte sich ab 1987 in der SPD. In den 1990ern zog er nach Oldenburg. Eigentlich wollte er nach zwei Jahren wieder fort, doch er ist geblieben – bis heute, denn „Oldenburg ist eine freundliche, wunderschöne Stadt“, sagt er.

Krogmann arbeitete zunächst als Journalist, später wurde er Pressesprecher der Stadt Oldenburg. Seit 2014 ist er Oberbürgermeister der Stadt, und diese Arbeit gefällt ihm sehr gut.

Seine Arbeitstage sind oft sehr lang; da ist es gut, dass seine drei Kinder schon erwachsen sind. In seiner knapp bemessenen Freizeit spielt der 56-Jährige Fußball. Wenn er privat unterwegs ist, wird er oft von Bürgern angesprochen – was er in Ordnung findet, betont er.

Vielfältige Aufgaben

Zu seinen Aufgaben als Bürgermeister gehört es, die Stadt zu repräsentieren und prominente Gäste zu empfangen. So hat er etwa den Weihnachtsmarkt eröffnet, eine Aufgabe, die ihm an seinem Job sehr gefällt. Auch mehr oder weniger lange Ratssitzungen bestimmen seinen Arbeitsalltag. Denn Krogmann bestimmt nicht allein über die Stadt, sondern er muss sich mit dem Rat der Stadt Oldenburg abstimmen. So gehen zum Beispiel 30 Millionen Euro pro Jahr an die Schulen, für den Haushalt werden jährlich 600 Millionen Euro ausgegeben.

Klimaschutz ist ihm sehr wichtig und auch umweltfreundliche Mobilität. Er selbst fährt viel Fahrrad und selten mit dem Auto. „Oldenburg ist eine Fahrradstadt“, sagt er und ist dafür, noch mehr Fahrradparkplätze einzurichten. Die Bewegung „Fridays for Future“ unterstützt er.

Krogmann hofft zudem, dass mehr Windräder gebaut werden, um mehr umweltfreundliche Energie zu gewinnen. Er möchte die Solarenergie ausbauen und Solarplatten auf Dächer bauen lassen. „In Oldenburg gibt es noch viele leere Dächer“, bekräftigt der Oberbürgermeister. Zudem würde er gern das Eisenbahn- und Busnetz in Oldenburg verbessern, um so den Klimawandel in Oldenburg einzudämmen. Er verrät uns auch, dass in den nächsten Jahren aus dem Freibad am Flötenteich ein Hallenbad mit einem mobilen Dach gemacht werden soll. Dies bedeutet, dass das Dach bei schönem Wetter geöffnet und bei schlechtem geschlossen werden kann – wie bei einem Cabrio.

Der 56-Jährige ist noch bis 2021 im Amt, dann finden die nächsten Kommunalwahlen statt. In der Geschichte der Stadt Oldenburg wurde bisher kein Oberbürgermeister ein zweites Mal gewählt, dies würde er jedoch gern schaffen, verrät er uns mit einem Lächeln.

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