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NWZonline.de Region

Entwicklung: Zukunft des Stadtteils liegt in der Medizin

17.11.2012

Kreyenbrück Die Zukunft des Stadtsüdens liegt in der Medizin. Das Projekt des „Weißen Campus“ könnte Kreyenbrück zum Impulsquartier für die Stadtentwicklung machen.

Dazu gibt es erste Signale: Der „Weiße Campus“ stellt die Stadt zwar vor verkehrstechnische Herausforderungen, wird aber Kreyenbrück zum Zukunftsstandort formen. Das zumindest war das Ergebnis eines zweitägigen Workshops von Städteplanern, Architekten und Medizinern vor einigen Wochen in Oldenburg.

Der „Weiße Campus“ ist ein ambitioniertes Projekt im Zuge der neuen European Medical School (EMS), die mit diesem Wintersemester ihren Betrieb aufgenommen hat. Das Stadtentwicklungsprogramm „step 2025“ sieht ihn in Kreyenbrück. Entwickelt werden soll der Mix aus Forschungsstätten, medizinischer Dienstleistung, Reha-Einrichtungen aber auch Wohnen und Versorgung rund um das Klinikum – mit Einbeziehung des ehemaligen AEG-Geländes. Dabei ist dessen künftige Funktion allerdings noch nicht konkret bestimmt.

Als Einstieg hatte das Stadtplanungsamt eines der regelmäßigen Treffen mit den Groninger Kollegen um einen hochkarätigen Expertenkreis erweitert und die Ideenentwicklung in Sachen Campus in den Mittelpunkt gestellt. Gefragt waren Visionen mit realem Kern – und die gab es reichlich.

In vier Gruppen hatten sich die Experten mit der Aufgabenstellung befasst und durchaus unterschiedliche Modelle entwickelt. Erstes Ergebnis: Alle vier Gruppen messen der Erreichbarkeit des Klinikums hohe Priorität zu und plädieren unter Stichworte wie Adressbildung oder Eintrittskarte übereinstimmend für eine Anbindung des Komplexes an die Cloppenburger Straße. Das würde ein geografisches Problem bereinigen: Dass der größte Arbeitgeber der Stadt in der dritten Reihe residiert, hat dessen scheidender Geschäftsführer Rudolf Mintrop stets beklagt.

Eine Anbindung des Klinikums an die A 28 ist ein weiterer Gedanke. Zwei Modelle haben die Straße „An den Voßbergen“ genauer ins Visier genommen; eines möchte sie in der Mitte sperren, ein zweites zum Boulevard umgestalten. Der Klingenbergplatz soll eine neue Rolle bekommen.

Dreh- und Angelpunkt der gesamten Planung ist die Entwicklung des AEG-Geländes – entweder als Campus- oder als Auffangstandort, wenn der Campus rund um Klinikum und Reha-Zentrum angelegt werden sollte.

Ein Experte, EMS-Prodekan Prof. Dr. Hans-Rudolf Raab, sieht das Projekt des Weißen Campus als „Meilenstein zur langfristigen Sicherung der Uni-Medizin“.

Michael Exner Autor
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