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NWZonline.de Region Cloppenburg Kultur

Als Pastorin täglich mit Krise konfrontiert

15.05.2014

Lissabon In den nächsten Tagen will Portugal den EU-Rettungsschirm wieder verlassen. Das Land fühlt sich offenbar stark genug, die immer noch schwelende Wirtschafts- und Finanzkrise künftig wieder ohne Hilfe aus Brüssel zu bewältigen.

Dass die Krise in dem südeuropäischen Staat nach wie vor präsent ist, spürt auch die in Lissabon lebende gebürtige Cloppenburgerin Anke Stalling. „Täglich bitten uns Portugiesen an der Haustür um Geld, Kleidung oder Essen. Wir sind Anlaufstelle für gestrandete oder in Not geratene Deutsche, oder kümmern uns um ältere Mitglieder unserer Gemeinde, die aufgrund der steigenden Preise und Mieten sowie der massiv gekürzten Renten nicht mehr weiterwissen“, sagt die 45-Jährige, die seit fünf Jahren mit ihrem Mann Stefan als Pastorenteam die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde in der portugiesischen Hauptstadt leitet.

Trotz der ständigen Konfrontation mit der Krise ist Anke Stalling nach wie vor ganz begeistert vom europäischen Gedanken. „Hoffentlich können wir ein wenig davon in die deutschen Wohnzimmer übertragen“, sagt sie. Denn am Sonntag, 25. Mai, dem Tag der Europawahl, sendet das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) von 9.30 bis 10.15 Uhr einen evangelischen Gottesdienst aus ihrer Gemeinde (die NWZ  berichtete). Anke Stalling predigt dann zum Thema „Europa – was hält uns zusammen?“.

Mit großem Aufwand wurde am 11. Mai der Gottesdienst in der Deutschen Evangelischen Kirche in Lissabon aufgezeichnet. 20 Mitarbeiter – Redakteure, Kameraleute, Ton- und Lichtspezialisten – reisten mit einem großen Lkw an, um die Deutsche Kirche fernsehtauglich herzurichten. „Die Aufzeichnung war ein großartiges Ereignis – und ein bisschen auch eine Ehre für mich, am Tag der Europawahl die protestantische Stimme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland sein zu dürfen“, berichtet Anke Stalling stolz.

Immer schon hätten ihr Mann und sie an eine Auslandspfarrstelle gedacht. Als 2008 die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde Lissabon einen neuen Pfarrer suchte, bewarb sich das Pastorenehepaar, das zu diesem Zeitpunkt seit 2001 mit viel Erfolg in Brake arbeitete – und wurde gewählt. Im Februar 2009 ging’s mit Tochter Annabel und Hund Tycho nach Lissabon. Anke und Stefan Stalling teilen sich hier die Pfarrstelle, arbeiten beide als Religionslehrer an der Deutschen Schule und betreuen darüber hinaus auch noch die Tochtergemeinden in Porto, an der Algarve und auf Madeira.

„Nun dürfen wir hier schon seit mehr als fünf Jahren leben und arbeiten“, sagt Anke Stalling. Und die Betonung liegt auf dürfen, denn die Familie Stalling ist ständig da, wo andere Urlaub machen. „Die wunderbare Stadt Lissabon, der Atlantik vor der Haustür und vor allem das großartige Wetter werden uns mit Sicherheit fehlen. Unsere Tochter ist mittlerweile 15, besucht die Deutsche Schule und bezeichnet sich als halbe Portugiesin. Der Hund ist alt geworden und liebt es, in der warmen Sonne Portugals zu liegen“, so die engagierte Pastorin mit Blick auf das Ende der Endsendung durch die EKD im Sommer 2015.

Andererseits freuen sich die Stallings schon darauf, wieder in Deutschland zu arbeiten, wo – so Anke Stalling – „Absprachen verbindlich sind, und Termine doch meistens pünktlich beginnen“. Das Paar hofft, dass es dann eine schöne Pfarrstelle irgendwo in der oldenburgischen Landeskirche findet.

Der Kontakt in die Heimat ist auch während der Jahre in Portugal nie abgerissen. „Nach wie vor bin ich mehrmals im Jahr in Cloppenburg bei meiner Familie. Ich genieße das Radfahren, das in Lissabon unmöglich ist, die kurzen Wege und das Flair der Kleinstadt“, erzählt Anke Stalling. Schuhe, Brillen und Kleidung kauften ihr Mann und sie immer in Cloppenburg. „Das ist einiges schneller und unkomplizierter als hier in Lissabon, weil die Portugiesen viel kleiner sind als wir hochgewachsenen Deutschen.“


     www.dekl.org/ 
Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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