Cloppenburg - 24 Verkehrstote und mehr als 6200 Verkehrsunfälle hat es im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta gegeben. Dass es so oft gekracht hat, lag nicht immer nur an überhöhter Geschwindigkeit oder Alkohol am Steuer. Eine defekte Bremse kann genauso zu einem Unfall führen wie abgefahrene Reifen.

„Wir wollen die Schüler wach rütteln, wie wichtig es ist, auch mal ein bisschen Geld in das eigene Auto zu stecken“, erläutert Lehrer Rainer Timmen. Dazu beteiligt sich die Berufsbildende Schule Technik in Cloppenburg seit zehn Jahren an der Aktion „Safety Check“ der Dekra.

In dieser Woche überprüft Dekra-Mitarbeiter Johann Morasch insgesamt 23 Autos in der Kfz-Werkstatt der BBS am Lankumer Feldweg. Dabei erklären er und Fachpraxislehrer Thomas Lüers den Schülern, was während der Hauptuntersuchung überprüft wird und welche Mängel ein Sicherheitsrisiko sind.

Bei den Auszubildenden zum Anlagenmechaniker steht das Auto von Niko (20) auf dem Prüfstand. Zunächst werden die Bremsen getestet. „Alles okay“, lautet das Urteil der Experten.

Danach werden die Lichter und die Blinker geprüft. „Hinten ist die Nummerschildbeleuchtung defekt, außerdem ist Feuchtigkeit im Licht hinten rechts“, erklärt Lüers. Damit wäre Nikos Flitzer schon durch die Hauptuntersuchung gefallen. Die TÜV-Plakette bleibt trotzdem dran, der Mängelbericht im Anschluss der Untersuchung soll für die Schüler nur eine Empfehlung sein, um Missstände zu beseitigen. „Nur einmal haben wir ein Auto festgesetzt, da war die Bremsanlage defekt“, so Lüers.

Im Schnitt sind drei bis vier Autos während der Projektwoche an der BBS Technik ohne sicherheitsrelevante Mängel. Nicht nur die Fahrer sollen durch die Untersuchung und die Erklärung für Sicherheit am Auto sensibilisiert werden. Auch Mitfahrer in Fahrgemeinschaften, die laut Lüers häufig gar nicht prüften, in welchem Zustand das Auto des Mitschülers ist, sollten angesprochen werden.

Nach dem Check im Innenraum folgt der Blick unter Nikos Auto. „Viel Rost, aber sonst ist alles okay“, erklärt Morasch der Klasse. Allerdings fällt dem Experten auf, dass die Felgen nicht zulässig sind. Noch ein Mangel, den Niko nicht erst vor der nächsten Hauptuntersuchung beheben sollte.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland