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Umwelt Chancen für Weiden stehen schlecht

Julia Lißewski
Klaus Schöpe (links), Sachverständiger für Baumsicherheit, zeigt interessierten Bürgern die Schwachstellen der Weidengruppe am Hasportsee. Mit einem Sondierungsstab misst er die Tiefe der Löcher in den Bäumen.

Klaus Schöpe (links), Sachverständiger für Baumsicherheit, zeigt interessierten Bürgern die Schwachstellen der Weidengruppe am Hasportsee. Mit einem Sondierungsstab misst er die Tiefe der Löcher in den Bäumen.

Julia Lißewski

DELMENHORST - Die Chancen für den Erhalt der umstrittenen Weidengruppe am Hasportsee stehen schlecht. Am Dienstag stellte Fritz Brünjes von der Stadt Delmenhorst gemeinsam mit Klaus Schöpe, Sachverständiger für Baumsicherheit, bei einem Ortstermin ein neues Gutachten vor. Dieses empfiehlt, die Bäume zu fällen.

Starker Pilzbefall

Viele Anwohner, Vereinsmitglieder und Politiker waren gekommen, um sich die Erkenntnisse des Gutachters anzuhören und mit ihm darüber zu diskutieren. „Alle Bäume, bis auf einen, leiden an einem sehr starken Pilzbefall“, sagte Schöpe. Die Sicherheit der Weiden würde dadurch abgebaut werden oder sei schon abgebaut worden. „Es gibt eine große Ansammlung von Hinweisen, dass die Bruchsicherheit der Bäume nicht mehr gegeben ist“, so der Experte. Aufgrund der vielen statischen Probleme der Weiden sieht er nur noch eine Fällung als Lösung an.

Für viele der Probleme sei aber auch die Baumart selbst verantwortlich. „Die Weide kann sich gegen Einwirkungen von außen schlecht abschotten. Sie ist sehr anfällig für Umwelteinwirkungen“, erklärte er. Somit würden sich die Schäden nur noch weiter ausbreiten. Außerdem stünden die Bäume auch zu dicht beieinander, um den Pilzbefall stoppen zu können. „Es gibt keine Verbesserungsmöglichkeiten“, so Schöpes abschließendes Urteil.

Dieses Urteil wollten aber einige Bürger nicht einsehen. Ein Vorschlag lautete, einen Zaun um das Gebiet zu ziehen. „So wird niemand von den abbrechenden Bäumen gefährdet“, sagte Karl Bringmann von der Park-Schutz-Aktion (Pascha). Brünjes wies daraufhin, dass sowohl ein Zaun als auch Verbotsschilder Erwachsene sowie Kinder nicht davon abhalten würden, sich in dem entsprechenden Gebiet aufzuhalten. „Und die Stadt muss trotzdem bei einem Unfall haften“, erklärte er.

Große Gefahr

Ein anderer Vorschlag, Kopfweiden aus den Bäumen zu machen, musste Schöpe abwenden: „Das ist nicht die richtige Weidenart dafür. Der Baum würde absterben.“ Ein Fürsprecher der Fällung ist auch Hinrich Behrens. Er war selber jahrzehntelang für Baumfällungen verantwortlich. „Die Bäume sind eine große Gefahr und müssen gefällt werden“, erklärte er vor Ort. Für ihn sei es eine ganz klare Sache. „Ich kann nur nicht verstehen, warum man so viel Geld für Gutachten ausgibt, wenn doch zu erkennen ist, dass die Bäume weg müssen“, beschwerte er sich.

Auf den Gefahrenfaktor wies auch Schöpe noch einmal hin. „Bäume können nicht nur bei Wind umbrechen. Das kann auch bei völliger Windstille passieren.“ Außerdem seien auch schon Bäume im Sommer unter der Last des Laubes abgebrochen.

Die Entscheidung, ob die Weiden gefällt werden müssen, liegt nun in den Händen der Stadt. Brünjes kündigte an, noch weitere Gespräche führen zu müssen. Er habe aber schon eine Tendenz. Die Weiden sollten ursprünglich zu Jahresbeginn gefällt werden. Nach Bürgerprotesten war die Aktion jedoch gestoppt worden.

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