BREMEN - BREMEN - „V war nie ein Privatmann. Alles war für ihn Lust und Bürde zugleich.“ Mit diesen Worten endete Lars Brandt die gut einstündige Lesung bei Thalia und schaute in die aufmerksamen Gesichter seines Publikums. Lust und Bürde, dies lässt sich wohl auch auf den Sohn übertragen, der mit „Andenken“ jetzt einen miniaturhaften Einblick in sein Leben mit dem Vater und ewigen Politiker Willy Brandt gibt.
In Fragmenten präsentierte Brandt ein Stück „Sohn-Literatur“. Die persönlichen Momentaufnahmen sind gespickt mit Details und einer dichten Sprache, doch wirklich erfassen lässt sich das Vater-Sohn-Verhältnis nicht. „Andenken“ ist das, was der Titel treffend formuliert: Ein Andenken an den einstigen Außenminister und Bundeskanzler Willy Brandt, den Lars Brandt in seinem Buch nur schlicht V nennt. V wie Vater. Sieben Jahre lang brach er mit dem Vater, kurz vor seinem Tod 1992 traf er ihn wieder. – „Andenken“ von Lars Brandt ist im Hanser Verlag erschienen (15,90 Euro).
