Bremen - Nichts geht mehr: Seit Dienstag ist die Straße Am Wall zwischen Herdentor und Bischofsnadel für den Verkehr gesperrt. Und das noch voraussichtlich bis Ende Mai. Das 2015 komplett ausgebrannte Modehaus „Harms am Wall“ sowie zwei Nebengebäude werden abgerissen, bis 2020 soll der Gebäudekomplex dem neuen „Wallkontor“ weichen. Autofahrer müssen mehr Zeit und Umwege einplanen.
Die ersten Firmen sind vor Ort, der Abriss der Gebäude Am Wall 157/159 steht kurz bevor. Noch bis 25. Mai ist die Straße aus Richtung Herdentor voll gesperrt. Auch Fußgänger und Radfahrer müssen auf die gegenüberliegende Seite der Brandruine ausweichen. Ab 26. Mai – so jedenfalls der aktuelle Plan – soll die Straße nach Beendigung des ersten Bauabschnitts zumindest wieder einspurig befahrbar sein. Vom Herdentor in Richtung Tiefer und Altenwall soll der Verkehr dann wieder fließen und die umliegenden Straßen sowie Umleitungen entlasten. Ab dem 6. Oktober soll der Verkehr wieder aus beiden Seiten rollen.
Bauherr ist der Investor Marco Bremermann (Müller & Bremermann), der bis 2020 in der Einkaufsstraße das „Wallkontor“ errichten lassen will. Das Objekt mit geplanter Passage und einer Fläche von 5500 Quadratmetern soll neben Büroräumen auch Einzelhandelsgeschäfte beinhalten. Damit würde sich das Kapitel „Harms am Wall“ an dieser Stelle zumindest für immer schließen.
Im Mai 2015 brannte das Modehaus sowie zwei angrenzende Gebäude komplett aus, es entstand ein Schaden von rund 15 Millionen Euro. Schnell war klar, dass es sich bei dem Feuer um Brandstiftung handelte. Der ehemalige Geschäftsführer von „Harms am Wall“, Hans Eulenbruch, der lediglich Mieter des Objekts war, und ein weiterer Mann wurden im März 2017 vom Vorwurf der schweren Brandstiftung und des Versicherungsbetrugs freigesprochen. Wer das Großfeuer gelegt hat, ist demzufolge bis heute unklar.
Klar ist hingegen die Verkehrsführung in den kommenden Monaten. Man habe beim Amt für Straßen und Verkehr (ASV) mittels Umleitungen eine Art Ringverkehr um die Altstadt gebildet. Großräumig gehe es jetzt über die andere Seite des Walls in Richtung Bürgermeister-Smidt-Straße, Faulenstraße und Martinistraße. Kleinere Verbindungsstraßen rund um den Wall wären dem erhöhten Verkehrsaufkommen nicht gewappnet, sagt Martin Stellmann vom ASV. Für den Lieferverkehr bleibt der Wall weiterhin befahrbar. Anders bei der Herdentorswallstraße. Diese bleibt, wie seit dem Feuer, weiterhin gesperrt.
