Bremen - Passanten können gerade vom Wall bis zur Herdentorswallstraße blicken. Der Abriss der Harms-Brandruine Am Wall ist weit fortgeschritten. „Das geht gut voran“, sagt Daniel Günther, Sprecher des Eigentümers Müller & Bremermann. Bis 2020 soll hier mit dem „Wallkontor“ ein Geschäftshaus entstehen. Doch noch ist einiges zu tun, um die Brandruine von Harms Am Wall ganz abzutragen.
Der Blick fällt nicht allein vom Wall in die Herdentorswallstraße, sondern auch ins verwüstete Innere des Bauwerks aus dem Jahr 1909. Das Textilkaufhaus war 2015 durch ein Großfeuer zerstört worden, es entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Ursache: Brandstiftung. Wer das Feuer gelegt hat, ist nicht geklärt.
Die Ruine wurde nun in den oberen Geschossen mithilfe eines 60-Tonnen-Baggers abgetragen. Inzwischen steht auf der Baustelle ein kleinerer Bagger bereit für den weiteren Abriss.
Der Bagger ist laut Günther schnell vorangekommen. „So schnell, dass der Handabriss gar nicht hinterherkam.“ Der Handabriss ist wichtig, um die Nachbargebäude zu schützen. Ein 60-Tonnen-Bagger sorgt für schwere Erschütterungen. Deshalb wird die Ruine auf der linken und rechten Seite „von Hand“ abgerissen.
Bis Ende nächster Woche sollen die Arbeiten erledigt sein – rechtzeitig vor dem Wallfest am Sonntag, 17. Juni. Das wird von 12 bis 17 Uhr gefeiert. Am 17. Juni ist zudem der letzte Tag des Straßentheaterfestivals La Strada.
Lauter Gründe, die (eigentlich mit dem Ruinen-Abriss zusammenhängende) gegenwärtige Vollsperrung der Straße Am Wall so lange aufrechtzuerhalten. Es ist geplant, die Vollsperrung am Montag, 18. Juni, in eine Teilsperrung zu verwandeln, so Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr. Ab 18. Juni ist der Wall in Fahrtrichtung Osterdeich laut aktuellem Planungsstand wieder frei.
In der Folgezeit entsteht auf dem Brandruinen-Grundstück das „Wallkontor“. Das Gebäude umfasst 5500 Quadratmeter Gewerbeflächen. Der Komplex ersetzt alle drei durch den Großbrand am 6. Mai 2015 vernichteten Häuser. Die Fassade wird laut Entwurf aus Naturstein bestehen. Als architektonische Besonderheit gilt die neue „Wall-Passage“. Sie führt durch das „Wallkontor“ über die Herdentorswallstraße auf die Museumstraße – ein Durchgang vom Wall Richtung Schüsselkorb und Domshof.
