Ganderkesee - 120 Schüler diskutieren drei Tage lang an drei verschiedenen Orten zu Whistleblowing, Terrorismus und Drogen, Gastredner aus Politik und Wissenschaft kommen zu Wort – und das alles in Ganderkesee: Von Mittwoch, 14. Dezember, bis Freitag, 16. Dezember, findet die erste „Ganderkesee Model United Nations“, kurz GanMUN, statt, ganz nach dem Oldenburger Vorbild OLMUN. Organisiert wurde das UN-Planspiel von sieben Zwölftklässlern des Gymnasiums Ganderkesee – komplett in Eigenregie.

„Wir sind alle schon OLMUN-erprobt und fanden es interessant, das auch hier zu machen“, erzählt Tim Harms, der die Rolle des Generalsekretärs übernimmt. Vor den Sommerferien entwickelten die Schüler die Idee, ganz spontan. „An einem einzigen Abend stand der grobe Plan“, erzählt Christian Hein. „Wir haben da alle nicht gedacht, dass das echt was wird“, sagt Louisa von Essen lachend.

Es wird aber was, und nicht nur mehrere Politikkurse und Freiwillige aus den Jahrgängen neun bis zwölf des Gymnasiums machen mit, sondern auch Schüler des Gymnasiums Wildeshausen und des Max-Planck-Gymnasiums Delmenhorst. „OLMUN ist auf Englisch und viel elitärer, wir bieten ein zugänglicheres politisches Parkett“, betont Marcel Bürmann, denn GanMUN findet auf Deutsch statt. Eröffnet wird das Planspiel am Mittwoch im Sitzungssaal des Rathauses. Dann halten unter anderem Bürgermeisterin Alice Gerken und Schulleiterin Dr. Renate Richter Ansprachen. Im Anschluss geht es in die einzelnen Komitees.

Im 3. Ausschuss der Generalversammlung, der im Sitzungssaal tagt, wird Whistleblowing thematisiert. „Da wird diskutiert, ob Whistleblower Verräter oder Helden sind“, sagt Marcel. Der Wirtschafts- und Sozialrat der UN kommt im Haus Müller zusammen, dort ist eine drogenfreie Welt das Thema, „gerade auch wegen des aktuellen Bezugs“, erläutert Inken Mönning. Und der Sicherheitsrat beschäftigt sich im evangelischen Gemeindehaus mit Terrorismus. Am Ende verfassen alle Komitees Resolutionen, die bei der Abschlussveranstaltung präsentiert und im besten Fall auch wirklich bei der UN eingereicht werden

Rund 70 Länder werden von den Schülern vertreten, die Zusammensetzung ist an den echten Komitees orientiert. „Das ist auch das besondere: Jeder Schüler muss sich in ein fremdes Land hineinversetzen“, erklärt Inken. Deshalb findet GanMUN auch ohne Deutschland statt: „Die Position kennen wir ja alle“, so Inken. Vorbereitet auf die Konferenz wurden alle im Politikunterricht, das hat das Organisationsteam sogar überprüft.

Dr. Renate Richter ist indes ziemlich stolz auf ihre Schüler: „Das ist unheimlich viel Arbeit und es sind so viele Gedanken in die einzelnen Details geflossen. Ihr hattet einen riesigen Vertrauensvorschuss, und nun ist es euer Projekt“, lobte sie das Team.

Nun muss nur noch alles klappen, denn immerhin wurden einige Schüler zur Teilnahme verpflichtet. „Wir haben da so viel Herzblut und Begeisterung reingesteckt, ich hoffe, dass wir davon was weitergeben können“, so Louisa.