Brake - Aufregung im Braker Hafen: Dort liegt zurzeit der unter liberianischer Flagge fahrende Massengutfrachter „Evolution“ fest, weil ein Teil der Mannschaft das Schiff in der Unterweserstadt unter Protest verlassen hat.

Das war geschehen: Nach einer routinemäßigen Kon­trolle des 154 Meter langen Schiffes, das 20 000 Tonnen Futtermittel geladen hatte, waren Polizeioberkommissar Jan Könemann und Polizeihauptkommissar Ludger Triphaus von philippinischen Besatzungsmitgliedern angesprochen worden. Diese hätten sich darüber beklagt, dass Arbeitsverträge von Seiten der Reederei nicht eingehalten würden und ein Besatzungsmitglied bereits seit Mai 2015 an Bord sei. „Die Leute waren verzweifelt, weil ihnen bislang keiner helfen konnte“, sagte Könemann am Dienstag gegenüber der NWZ .

Acht Besatzungsmitglieder waren mit der monatelangen Weiterbeschäftigung (ihre Verträge waren bereits abgelaufen) nicht einverstanden. Zudem erhielten sie seit April nur einen Teil der Heuer. Die von der Wasserschutzpolizei über die Missstände informierte Internationale Gewerkschaft für Seeleute setzte durch, dass die ausstehenden Zahlungen angewiesen wurden. Das Schiff kann allerdings erst wieder auslaufen, wenn die Crew komplett ist. Das ist zurzeit nicht der Fall. Das Schiff sei in einwandfreiem Zustand, teilte die Wasserschutzpolizei Brake mit.

Weiterhin stellte die Polizei fest, dass während der Reise aus New Orleans/USA nach Brake unzulässigerweise Müll von Bord in die Nordsee eingebracht worden war.

Ulrich Schlüter
Ulrich Schlüter Redaktion Brake