Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop Hilfe & Tipps

Elke Cyriakel-Rohde geht in den Ruhestand In der Nordenhamer Kita St. Willehad endet eine Ära

Jens Milde
Elke Cyriakel-Rohde hat 44 Jahre im Kindergarten St. Willehad in Nordenham gearbeitet und geht nun in den Ruhestand.

Elke Cyriakel-Rohde hat 44 Jahre im Kindergarten St. Willehad in Nordenham gearbeitet und geht nun in den Ruhestand.

Jens Milde

Nordenham - Elke Cyriakel-Rohde gehört nicht zu den Menschen, die gerne in der ersten Reihe stehen. Aber wer 44 Jahre mit so viel Leidenschaft in ein und demselben Kindergarten gearbeitet hat, der muss damit rechnen, dass er am letzten Tag vor der Rente in den Mittelpunkt gerückt wird. So gab es am Donnerstag in der katholischen Kita St. Willehad in Nordenham einen großen Bahnhof für die 64-Jährige. Kinder, Eltern, Kolleginnen und viele weitere Weggefährtinnen und Weggefährten wollten beim feierlichen Abschied dabei sein. Natürlich kam auch Pfarrer Karl Jasbinschek, um sich zu verabschieden.

Urgestein

Elke Cyriakel-Rohde ist ein Nordenhamer Urgestein. Sie ist in der Stadt aufgewachsen und zur Schule gegangen. Schon früh stand für sie fest, dass für sie nur zwei Berufe infrage kommen: entweder im Reisebüro oder im Kindergarten. 1975, nach einem dreiwöchigen Praktikum im Willehad-Kindergarten, war die Entscheidung gefallen. Einen guten Draht zu Kindern hatte sie schon damals. Wichtig war und ist ihr zudem die religionspädagogische Arbeit, die in einer katholischen Einrichtung natürlich eine große Rolle spielt. „Die Kirche liegt mir einfach am Herzen“, erzählt die zweifache Mutter.

Als Erzieherin einen Fuß in die Tür zu bekommen, war damals allerdings nicht so einfach. Heute werden Fachkräfte händeringend gesucht. Damals gab es eher zu viele. Deshalb musste sich Elke Cyriakel-Rohde nach ihrer dreijährigen Ausbildung zunächst mit einer halben Stelle begnügen.

Wie in den meisten Berufen hat sich auch im Kindergarten im Laufe von 44 Jahren vieles verändert. Damals bestand eine Gruppe aus 33 Kindern. Heute sind es 24. Zum Spielen saßen die Kinder am Tisch. Erst Jahre später wurde die Einrichtung mit Teppichen ausgelegt. „Früher waren die Kinder trocken, wenn sie in den Kindergarten kamen“, erinnert sich Elke Cyriakel-Rohde. Das sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr.


Anspruchsvoll

Der Job ist anspruchsvoller geworden – da ist sich die 64-Jährige mit ihrer Schwester Christa Cyriakel einig, die die Willehad-Kita leitet. Verhaltensauffälligkeiten kommen heute häufiger vor als vor vier Jahrzehnten. Nicht selten fehlt es den Kindern an Regeln, Grenzen und Strukturen. Auch die stellvertretende Leiterin Petra Boelsen-Gang weiß, dass Kinder heute in der Regel mehr Aufmerksamkeit benötigen. Und Elke Cyriakel-Rohde fügt hinzu: „Früher hieß es: 80 Prozent der Erziehung findet zu Hause statt und 20 Prozent im Kindergarten. Heute ist es eher umgekehrt.“ Deshalb nimmt Elternarbeit viel mehr Raum ein. Auch die pädagogischen Konzepte haben sich verändert. Heute können und sollen die Kinder mehr mitbestimmen. „Eine Erziehung zu demokratischen Bürgern ist das Ziel“, sagt Petra Boelsen-Gang.

Herausforderungen

Nicht selten kommen pädagogische Fachkräfte bei all den Herausforderungen auch mal an ihre Grenzen. Auch Elke Cyriakel-Rohde kennt das Gefühl der Überforderung. Umso mehr schätzt sie den guten Teamgeist in der Einrichtung. „Man wird hier aufgefangen, auch bei privaten Problemen“, sagt die 64-Jährige. Ihre Schwester betont, wie wichtig es ihr ist, dass sich jeder im Team wertgeschätzt fühlt. 22 Mitarbeiter sind in der Kita St. Willehad beschäftigt, darunter 19 pädagogische Fachkräfte. 125 Kinder werden in sechs Gruppen betreut.

Elke Cyriakel-Rohde hat im Laufe der Zeit mit Hunderten von Kindern zu tun gehabt. Inzwischen sind viele von ihnen selbst Eltern und schicken ihren Nachwuchs in die Einrichtung. So ganz weg ist die 64-Jährige übrigens nicht. Als Vertretungskraft bleibt Elke Cyriakel-Rohde der Einrichtung erhalten. Ansonsten will sie sich viel Zeit nehmen, um gemeinsam mit ihrem Mann zu verreisen. Vielleicht geht es im nächsten Jahr schon in die USA.

Meistgelesen

STAU AUF AUTOBAHNEN Unfälle auf A29 und A28 sorgen kurzzeitig für Verkehrschaos in Oldenburg

STADTKIRCHE JEVER Überraschender Fund – Wissenschaftler stoßen auf weiteres Grabgewölbe

PROZESS UM STEUERSCHULDEN Imbiss-Chef soll Geld beiseite geschafft haben

LESERMEINUNG AUS SANDKRUG „Die Gartentage Nord sollten für 8 Euro Eintritt mehr bieten“ – NWZ-Leser findet Messe in Wüsting zu teuer

VERWALTUNGSENTSCHEIDUNG Schulstreit um hochbegabten Schüler aus Hooksiel endet mit Eingreifen der Behörde

Themen
Meistgelesene Artikel
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kommentar
Die EU droht ins Abseits zu geraten: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

IRAN-KRIEG Europas selbst gewählte Ohnmacht

Theaterszene trifft Politik (von links): Oldenburgs Intendant Georg Heckel, Landtagspräsidentin Hanna Naber, Kulturminister Falko Mohrs und der hannoversche Opernintendant Bodo Busse beim „Parlamentarischen Abend“

TREFFEN DER KULTURSZENE Kommunale Theater in Niedersachsen fürchten finanziellen Kollaps

Spielte bis 2023 für BW Papenburg und traf nun im Testspiel gegen seinen Ex-Club: Emdens Stürmer David Schiller

TORREICHER TEST BEI BW PAPENBURG Schiller trifft bei 5:0-Sieg gegen Ex-Verein – Steffens schnürt Doppelpack

Blick von oben: Das Wiefelsteder Baugebiet „Grote Placken“ im Dezember 2025.

BAUGEBIET IN WIEFELSTEDE Anschlusszwang ans Nahwärmenetz – Landgericht weist Klage zu „Grote Placken“ ab

Die Einsatzkräfte sind am Mittwochvormittag nach Leezdorf ausgerückt. Dort brennt ein Teilgebäude eines landwirtschaftlichen Betriebs.

FEUERWEHREINSATZ IM BROOKMERLAND Gebäude eines landwirtschaftlichen Betriebs in Leezdorf brennt

Dynamisch, ehrgeizig, torhungrig: Kickers-Stürmer Theo Schröder.

NEUE PODCAST-FOLGE „DEICHKICKER“ Schulter raus, Kampfgeist da – Emdens Stürmer Theo Schröder bleibt optimistisch