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Tagesmütter Kein kinderleichter Job

Sandes Tagesmütter: Nina Buss, Gudrun Stromberg, Koordinatorin Angela Hoffbauer, Kirstin Schulze, Marie Luise Wilbers, Daniela Frerich und Roswitha Koik. (von links).

Sandes Tagesmütter: Nina Buss, Gudrun Stromberg, Koordinatorin Angela Hoffbauer, Kirstin Schulze, Marie Luise Wilbers, Daniela Frerich und Roswitha Koik. (von links).

Oliver Braun

Sande - Als die Erzieherinnen in den Kindergärten streikten, da konnten sie sich vor Anfragen kaum retten: Doch Tagesmütter sind nicht nur der Notnagel, wenn Krippen und Kindergärten geschlossen bleiben. „Wir sind generell eine Alternative zu Kindergärten, nicht zuletzt, weil wir noch flexibler auf den Kinderbetreuungsbedarf der Eltern reagieren und uns individueller um die Kinder kümmern können“, sagt zum Beispiel Nina Buss vom Tagesmüttertreff in Sande.

Angebote kaum präsent

Acht Frauen in Sande verdienen ihr Geld als Tagesmutter. Leider seien die Tagesmütter für die meisten jungen Eltern nicht so präsent. Es gebe erstens kaum Öffentlichkeitsarbeit und zweitens herrsche bei vielen Befragten die Meinung vor, dass Tagesmütter deutlich teurer seien als etwa die Betreuung in Krippe oder Kindergarten. Zudem halte sich das Vorurteil, Tagesmütter seien „nur die Hausfrauen, die ein bisschen auf die Kinder aufpassen“.

Tagesmütter sind keine Babysitter. Es gab eine Zeit, da hat Nina Buss Versicherungen verkauft. Irgendwann gefiel ihr diese Arbeit nicht mehr, bot keine Erfüllung und keine Perspektive. Sie wurde Tagesmutter. Für die entsprechende Qualifikation musste sie entsprechende Seminare des Landkreises Friesland besuchen. 180 Unterrichtsstunden plus Praktikum. Dann kamen Prüfer des Landkreises und schauten genau nach, ob ihr Heim, in dem sie Kinder betreuen wollte, dafür auch geeignet ist. Erst danach konnte sie als qualifizierte Tagesmutter ihre Dienste anbieten.

Zum täglichen Ablauf gehören altersgerechte Aktivitäten wie gemeinsames Frühstück, Backen, Spielen, Singen, Basteln, freies Spielen im Haus und im Garten und der Jahreszeit angepasste Programme. Nina Buss hat heute neun Tageskinder, fünf seien zuweilen zur gleichen Zeit da. Es werde gesungen, gespielt und vorgelesen. Viel Lauf gab es auch in der Ferienzeit, als die Kindergärten geschlossen waren: Um 5 Uhr morgens brachte die erste Mutter ihr Kind, um 21 Uhr holte eine andere Mutter ihr Kind aus der Betreuung ab. „Das sind dann lange Tage“, sagt Nina Buss. Aber etwas anderes machen? „Nein, das kann ich mir nicht mehr vorstellen.“


Roswitha Koik ist ebenfalls qualifizierte Tagsmutter in Sande. Nachdem sie zunächst in der Kinderbetreuung am Nordwest-Krankenhaus beschäftigt war, betreut sie zurzeit ein kleines Mädchen bei sich zu Hause. Und auch die frühere Speditionskauffrau Kirstin Schulze, die vier eigene – schon große – Kinder hat, hat nun wieder Nachwuchs anderer Leute um sich: „Die Mütter arbeiten in der Altenpflege oder als Krankenschwester. Ich kümmere mich um ihre Kinder“, sagt Schulze.

Drei Euro vielen zu teuer

Die Fäden im Tagesmüttertreff hält Angela Hoffbauer zusammen. Namen und Adressen werden jungen Eltern in der Babybegrüßungsmappe mitgeteilt, die das Bündnis für Familie in Sande zusammenstellt.

Drei Euro pro Stunde und Kind, das ist üblicherweise der Tarif, den Tagesmütter in Friesland verdienen. „Vielen Eltern ist selbst das noch zu teuer“, sagt Daniela Frerichs. Abgerechnet werde über Stundenzettel. Der Landkreis überweist den Tagesmütter ihr Geld und holt es sich bei den Eltern wieder zurück.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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