Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop Hilfe & Tipps

Filmsatire Realer Terror holt Fiktion ein

Aliki Nassoufis

Los Angeles - Es ist ein brisantes Thema, das da in dem Kinofilm „The Interview“ im Mittelpunkt steht: Zwei Journalisten – gespielt von den Hollywoodstars James Franco und Seth Rogen – sollen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un umbringen. Allein dieser Inhalt sorgte schon im Vorfeld für Wirbel, doch nun wird die Aufregung enorm.

Wegen Terrordrohungen wurde die Premiere des Films in New York am Donnerstag abgesagt, wie Medien berichten. Doch nicht nur das: Das Filmstudio Sony Pictures hat den für den 25. Dezember geplanten US-Kinostart ganz abgesagt. Das dürfte für Sony einen großen finanziellen Verlust bedeuten – schon jetzt gibt der Fall mit seinen Gerüchten und Ungereimtheiten zahlreiche Rätsel auf. Steckt Nordkorea hinter den Drohungen und Einschüchterungsversuchen?

Diktator umbringen

In dem Film ist Dave (Franco) Moderator der Fernsehshow „Skylark Tonight“, in der vor allem Prominente wie Eminem ihre Geheimnisse enthüllen. Dann gelingt es Aaron (Rogen) – Daves bestem Freund und Produzent der Sendung – ein Interview mit Kim Jong Un zu vereinbaren, „dem mysteriösen und rücksichtslosen Diktator des nuklearbewaffneten Nordkorea“, wie es in der offiziellen Inhaltsangabe heißt. Da hat der US-Geheimdienst CIA eine Idee: Warum bringen die Journalisten den Diktator bei der Gelegenheit nicht um?

Der Diktator heißt nicht nur Kim Jong Un, er sieht auch so aus. Außerdem unterdrückt er sein hungerndes Volk und wirft Gegner ins Zwangslager. Allerdings ist „The Interview“ eine überdrehte Satire, die ins Klamaukige abgleitet. Selbst Dave und Aaron kommen dabei nicht wirklich gut weg – bei ihrem geplanten Attentat läuft zunächst einiges schief. Der 32-jährige Rogen, der noch am Drehbuch mitschrieb und mit Evan Goldberg Regie führte, ist seit Jahren als Komiker und Schauspieler bekannt.

Im November hatte ein Hacker-Angriff das firmeninterne Netzwerk von Sony Pictures in weiten Teilen lahmgelegt. Es war nach Experteneinschätzung das erste Mal, dass es Hackern gelang, die Datenbestände einer Firma so flächendeckend zu plündern. Die Angreifer kopierten interne Daten und Dokumente, die sie später zum Teil ins Netz stellten. Darunter waren auch Gehaltsangaben von Mitarbeitern und persönliche Informationen von Filmstars. Außerdem gelangten Kopien mehrerer Kinofilme ins Internet – darunter „Herz aus Stahl“ mit Brad Pitt und die Komödie „Annie“, die erst an diesem Freitag starten soll.

Sony Pictures äußert sich fast gar nicht zu den Vorfällen. Die Verantwortung für die Hackerattacke übernahm zwar die bisher nicht bekannte Gruppe „Guardians of Peace“, doch schon früh war über Verbindungen zu Nordkorea spekuliert worden. Die „New York Times“ berichtet nun unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter, Washington mache Nordkorea für den Datendiebstahl verantwortlich.

Korea wenig erfreut

Das ostasiatische Land weist dies zurück. Unklar ist ebenso, wer hinter den Terrordrohungen steckt, die unter anderem Kinobetreiber erhalten haben sollen.

Tatsächlich soll das stalinistische Regime wenig erfreut sein über den Film. Staatliche Medien hatten berichtet, der Film schädige die Würde des Machthabers. „Falls die US-Behörden die Vorführung des Films dulden und fördern, werden sie damit zu einer strikten und gnadenlosen Gegenmaßnahme einladen“, hatte es bereits im Juni in einer Erklärung des nordkoreanischen Außenministeriums geheißen. Medienberichten zufolge hatte Sony bereits das FBI eingeschaltet.

Eigentlich soll „The Interview“ im Januar in Australien und mehreren europäischen Ländern starten. Am 5. Februar ist er für Deutschland vorgesehen. Das steht aber nun in den Sternen.

Meistgelesen

GROSSEINSATZ Bombendrohung in Bremen – Polizei gibt Hauptbahnhof nach Durchsuchung wieder frei

STAU AUF AUTOBAHNEN Unfälle auf A29 und A28 sorgen kurzzeitig für Verkehrschaos in Oldenburg

STADTKIRCHE JEVER Überraschender Fund – Wissenschaftler stoßen auf weiteres Grabgewölbe

PROZESS UM STEUERSCHULDEN Imbiss-Chef soll Geld beiseite geschafft haben

DEAL IN DER FLEISCHBRANCHE Kartellamt gibt grünes Licht für Hein-Übernahme durch Garreler Goldschmaus-Gruppe

Themen
Meistgelesene Artikel
Artikelempfehlungen der Redaktion
Theaterszene trifft Politik (von links): Oldenburgs Intendant Georg Heckel, Landtagspräsidentin Hanna Naber, Kulturminister Falko Mohrs und der hannoversche Opernintendant Bodo Busse beim „Parlamentarischen Abend“

TREFFEN DER KULTURSZENE Kommunale Theater in Niedersachsen fürchten finanziellen Kollaps

Spielte bis 2023 für BW Papenburg und traf nun im Testspiel gegen seinen Ex-Club: Emdens Stürmer David Schiller

TORREICHER TEST BEI BW PAPENBURG Schiller trifft bei 5:0-Sieg gegen Ex-Verein – Steffens schnürt Doppelpack

Blick von oben: Das Wiefelsteder Baugebiet „Grote Placken“ im Dezember 2025.

BAUGEBIET IN WIEFELSTEDE Anschlusszwang ans Nahwärmenetz – Landgericht weist Klage zu „Grote Placken“ ab

Die Einsatzkräfte sind am Mittwochvormittag nach Leezdorf ausgerückt. Dort brennt ein Teilgebäude eines landwirtschaftlichen Betriebs.

FEUERWEHREINSATZ IM BROOKMERLAND Gebäude eines landwirtschaftlichen Betriebs in Leezdorf brennt

Dynamisch, ehrgeizig, torhungrig: Kickers-Stürmer Theo Schröder.

NEUE PODCAST-FOLGE „DEICHKICKER“ Schulter raus, Kampfgeist da – Emdens Stürmer Theo Schröder bleibt optimistisch

Die Krokusse kündigen den Frühling und damit den Start in die Gartensaison an.

GARTENZEIT Der Frühlingsanfang und seine kulturelle Bedeutung